Im Kampf gegen Wilderei

Mikrochips sollen Nashörner retten

18. Oktober 2013
Ein Mikrochip für jedes Nashorn: Mit diesem ambitionierten Plan will Kenia die zunehmende Wilderei in dem ostafrikanischen Land eindämmen.

Die Datenträger sollen zunächst in die Hörner von tausend Tieren eingepflanzt werden, teilte der kenianische Naturschutzbund KWS mit. Zudem soll von jedem Nashorn eine Erbgutprobe genommen werden. Jedes der Tiere und jedes Horn lasse sich damit in Kenia aufspüren.

Wildhüter können mit den Mikrochips verfolgen, wo sich die Tiere befinden. Werde ein Nashorn von Wilderern getötet, könne - auch mit Hilfe eines Erbgutabgleichs - nachverfolgt werden, wo das Horn landet. Davon erhofft sich der Naturschutzbund bessere Chancen bei der Verurteilung von Wilderern vor Gericht.

Unterstützt wurde das Projekt von der Umweltschutzorganisation WWF, die die Mikrochips und einige Scanner im Gesamtwert von umgerechnet etwa 11.000 Euro zur Verfügung stellte. Die Kosten dafür, die Nashörner einzufangen und ihnen den Chip einzupflanzen, wurden nicht genannt.

Steigende Preise für Elfenbein und die Hörner von Nashörnern haben zu einem starken Anstieg der Wilderei in Afrika geführt. Die Hörner bestehen zwar nur aus Keratin - wie auch die Fingernägel des Menschen, sind aber vor allem in Asien als Bestandteil für traditionelle Medizin begehrt. In Kenia kommen sowohl Breitmaulnashörner als auch Spitzmaulnashörner vor. Beide Arten gelten als vom Aussterben bedroht. (dpa/rs)

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