Numericable zeigt Interesse

Milliardenangebot für Mobilfunker SFR

03. März 2014
Im Verhandlungspoker um den zweitgrößten Mobilfunkanbieter Frankreichs SFR bereitet der Kabelnetzbetreiber Numericable informierten Kreisen zufolge ein milliardenschweres Übernahmeangebot vor.

Für das Mobilfunkgeschäft von Vivendi sei Numericable bereit, knapp 15 Milliarden Euro zu zahlen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag und beruft sich auf informierte Kreise. Elf Milliarden davon sollen demnach in bar fließen, weitere drei Milliarden in Numericable-Anteilen. Zusätzliche 750 Millionen Euro wolle Altice, der Großaktionär von Numericable, über eine Kapitalerhöhung beisteuern.

Der Milliardär Patrick Drahi, der bei Altice und Numericable die Fäden zieht, habe bei BankenBanken bereits Zusagen für Kredite in Höhe von acht Milliarden Euro erhalten, hieß es weiter. Ein Sprecher von Numericable wollte dem Bericht zufolge keinen Kommentar abgeben. Bei Vivendi hieß es, der Aufsichtsrat werde nach Eingang der Angebote entscheiden. Neben Numericable sind auch der Billiaganbieter Iliad und der Mischkonzern Bouygues den Kreisen zufolge interessiert. Da beide aber bereits im Mobilfunkgeschäft aktiv sind, hätten sie es wohl schwerer, die Kartellbehörden zu überzeugen. Top-Firmen der Branche Banken

Vivendi hatte erst kürzlich Gespräche in der Sache mit Numericable bestätigt. Früheren Presseberichten zufolge, soll das Geschäft auf eine Fusion beider Unternehmen hinauslaufen, wobei Vivendi einen Minderheitsanteil behalten würde. Für Vivendi hätte ein Verkauf von SFR den Vorteil, dass sich der Konzern wie geplant auf sein Mediengeschäft rund um Fernsehen, Musik und Videospiele konzentrieren kann. Der Aufsichtsrat der Franzosen hatte ohnehin eine Aufspaltung des Konzerns in ein Medien- und in ein Telekomgeschäft beschlossen. SFR hat in Frankreich mit sinkenden Gewinnen zu kämpfen, seit Iliad einen Preiskampf in Frankreich angezettelt hat. (dpa/rs)

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