Tipps von IDC

Mit "3D Leadership" durch die digitale Transformation

Lynn Thorenz ist Director Research & Consulting, IDC Deutschland und Schweiz.
Im Zuge des Digital Enterprise sind zahlreiche neue Theorien und Frameworks entstanden, die sich mit Führungsansätzen in diesem Szenario befassen. Dabei geht es primär um die Frage, wie sich Methoden verändern müssen, um in einem von vielen Menschen als neues Business-Paradigma betrachteten Umfeld erfolgreich sein zu können.

Zu Zeiten der sogenannten zweiten Plattform versuchten viele Unternehmen, die Effizienz durch eine Aufteilung der Teams entlang des Client-Server-Modells zu steigern. Diese einseitige Fokussierung erzeugte wie wir heute natürlich wissen Silos und erschwerte es, die IT mit dem Business zu verbinden. Daraus resultierend wurde der kundenzentrische Ansatz zur Top-Priorität der IT. Hier mussten sich die CIOs immer mehr auch mit der geschäftlichen Seite des Unternehmens befassen, um in den frühen 2000er-Jahren bestehen zu können.

Der Kunde gerät immer mehr in den Fokus der Unternehmen.
Der Kunde gerät immer mehr in den Fokus der Unternehmen.
Foto: Jirsak - www.shutterstock.com

Dieser mittlerweile obsolete Ansatz der zweiten Plattform birgt in Zeiten der dritten Plattform sogar noch größere Risiken. Die Unternehmen ändern sich mit zuehmender Geschwindigkeit, die Ressourcen sind kostbar. Damit wird die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten von der Kür zur Pflicht. Die CIOs müssen sich auch heute an den Business-Innovationen ausrichten. Gleichzeitig sollen sie die IT effektiv verwalten. Um auch bei der digitalen Transformation erfolgreich führen zu können, muss allerdings eine weitere Disziplin beherrscht werden, die mindestens so wichtig wie die beiden anderen ist: die Fähigkeit, den fortlaufenden Übergang von alt nach neu zu managen - und das in immer schnellerem Tempo. Getrieben wird diese Entwicklung von der Evolution des externen Business-Ökosystems.

Dreidimensionales Führen

Der IDC-Ansatz "Leading in 3D" fokussiert sich auf folgende Dimensionen:

  1. Innovation innerhalb einer cross-funktionalen Partnerschaft zur Schaffung digitaler Neuerungen;

  2. Integration neuer Technologie-Plattformen in stabile Business-Services;

  3. Einbindung neuer Skills, Techniken und Kulturen in die Struktur der IT-Abteilung.

Wir gehen davon aus, dass erfolgreiche CIOs künftig an ihrer Fähigkeit gemessen werden, wie sie alle drei dieser miteinander verbundenen Disziplinen fortwährend handhaben. Gleichzeitig müssen sie die kommenden Umwälzungen im Ökosystem antizipieren, die die digitale Transformation des Unternehmens weiter vorantreiben. Die Führerschaft in der IT wird die nachhaltige Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern erfordern, um die Transformation in Schwung zu halten – von alt zu neu, von instabil zu stabil und von experimentell zu produktiv. Konkret bleibt Folgendes festzuhalten:

  • Business-Innovation gibt es nicht von der Stange. Die IT-Leitung muss bereit sein, neue Technologien und eine Enterprise-Architektur einzuführen, die zu der geschäftlichen Innovation passt, die die Unternehmensleitung wählt – disruptiv, adaptiv oder inkrementell.

  • Eine breit gefasste Transition-Strategie für die Einführung von Technologien ist mit einer Kultur des fortlaufenden Übergangs verbunden. Diese Kultur umfasst Program-Management-Offices (PMOs), DevOps und weitere koordinierte IT-Disziplinen, um die Veränderungen zu beschleunigen und um neue Produkte und Dienstleistungen im Rahmen der bestehenden Geschäftsprozesse bereitzustellen.

  • Die CIOs werden IT-as-a-Service (IaaS) einführen, das sich nahtlos in die bestehenden Legacy-Systeme einfügt, um in Sachen Stabilität, Pünktlichkeit und Sicherheit die von der Unternehmensführung und von den Kunden geforderten Standards bei den bestehenden Plattformen zu erfüllen.

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