Berater: Kostenkontrolle erfordert Perspektivwechsel

Mit Demand Management alles im Blick

05. Februar 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Wer intelligent abrechnet, hält sein Geld zusammen. Das gilt auch für die IT, in der ausufernde Nutzung von Anwenderseite die Kosten treibt. Verstärktes Demand Management kann das eindämmen, meinen die Berater von Compass Management Consulting.
Nicht nur in einer Richtung schauen: CIOs sollten beim Controlling neben der Angebots- auch die Nachfrageseite im Blick haben.
Nicht nur in einer Richtung schauen: CIOs sollten beim Controlling neben der Angebots- auch die Nachfrageseite im Blick haben.
Foto: MEV Verlag

Eine der aktuellen Herausforderungen für CIOs derzeit hat Mark Chillingworth unlängst auf www.cio.co.uk so erklärt, dass sie auch ein kleines Kind versteht. Er erinnerte an intelligente Messgeräte für den Hausgebrauch, mit denen sich Nutzung und Stromverbrauch der einzelnen elektrischen Geräte genau bestimmen lassen. Nur so sind die Eltern genau darüber im Bilde, wie teuer Sohnemanns Spielkonsole wirklich ist – so günstig ihre Anschaffung auch ausgefallen sein mag. Nicht anders muss ein CIO vorgehen, wenn Stückkosten und Gebrauchskosten allzu weit auseinanderdriften. Eine leicht verständliche Erklärung für die Arbeit des CFOs liefert Chillingworth übrigens auch: Das ist der, den am Ende nur die Gesamtkosten interessieren.

In der Praxis ist es für CIOs hingegen alles andere als trivial, die Anforderung der CFOs an eine nachhaltige Kostenreduktion zu erfüllen. Die Berater von Compass Management Consulting raten sogar zu einem radikalen Perspektivwechsel. Bislang hätten die IT-Chefs bei der Kostenkontrolle immer die Angebotsseite im Blick gehabt und durch eine stetige Verbesserung der Service-Effizienz eine dauerhafte Senkung der IT-Stückkosten erzielt. Dass zum Verdruss der Finanzchefs die Gesamtkosten dennoch aus dem Ruder laufen, liegt am steigenden Verbrauch von Ressourcen und an höheren Service-Levels – fast wie bei der billig zu erwerbenden Spielkonsole. Deshalb müssten IT und Business StrategienStrategien definieren, wie das Bewusstsein für die finanziellen Auswirkungen von ausuferndem Gebrauch geschärft werden kann, so die Berater. Alles zu Strategien auf CIO.de

Es genüge nicht mehr, einfach den IT-Anforderungen der Fachabteilungen zum niedrigsten möglichen Preis mit den höchsten möglichen Service-Levels zu entsprechen, sagt Scott Feuless, Principal Consultant bei Compass. Von Business-Seite würden neue Fragen gestellt, zum Beispiel ob der Austausch eines physischen durch einen virtuellen Server nicht sinnvoll sei. „Ohne aktives Management der Nachfrage werden deren steigende Kosten weit über den Einsparungen liegen, die die IT durch gesteigerte Effizienz erreichen kann“, so Feuless. Demand Management wird dringend empfohlen. Compass nennt vier Felder, auf denen damit begonnen werden kann:

1. Storage Strategien: Hier geht es vor allem darum, das Daten-Management zu kategorisieren und zu priorisieren. Wie Compass berichtet, klafft bei der Speicher-Hardware eine besonders dramatische Lücke zwischen fallenden Stückkosten und wachsendem Bedarf in den Unternehmen. Immer komplexere Compliance-Anforderungen tun ein Übriges dazu, dass eine Fülle von Daten als kritisch hinsichtlich Sicherheit, Erreichbarkeit und Langlebigkeit eingestuft werden. Plötzlich erscheint alles gleich wichtig zu sein. Ist es aber nicht. Deshalb sollte die Aufgabe angenommen werden, Kategorien, Prioritäten und Lebenszyklen zu definieren, um den Storage-Kosten Einhalt bieten zu können.