IT-Projekte

Mit Radio-Frequenz-Technik schneller beim Kunden

23. März 2004
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Das Günzburger Unternehmen Küchle hat seine Logistik durch den Einsatz von Radio-Frequenz-Technologie auf den neuesten Stand gebracht. Dieser Weg ist zwar etwas umständlicher als der Einsatz von RFID, dafür aber ausgereifter und bedeutend günstiger.

Ausgelöst wurde das Projekt durch eine neue EU-Verordnung, die von den Lebensmittelherstellern fordert, ab 2005 eine Rück- und Nachverfolgung ihrer Produkte beziehungsweise deren Bestandteile zu gewährleisten. Um dies mit Hilfe der Software zu unterstützen und gleichzeitig seine Prozesse zu straffen, nahm W. u. H. Küchle, jeder Hausfrau bekannt durch Backoblaten in sämtlichen Varianten, das Beratungshaus Itelligence mit ins Boot.

Nach einer Analyse der zwei wesentlichen Prozessketten innerhalb des Unternehmens (1. der Weg von den Rohstoffen zum fertigen Produkt, 2. der Warenausgang, also Verkauf und Versand) entschied man sich für die Einführung der SAPSAP Radio-Frequenz-Technologie. Mit dieser Technik erfolgt die Anbindung an die bereits vorhandene SAP-Landschaft (Mysap All-in-One) über Funkscanner. "SAP läuft auf den Scannern," hebt Itelligence-Mitarbeiter Udo Müller, Leiter des Küchle-Projektes, den entscheidenden Vorteil der Lösung hervor. Damit entfalle der sonst übliche Schritt über Drittsysteme und entsprechend zusätzliche Schnittstellen, um die Informationen zentral erfassen und weiterverarbeiten zu können. Zuvor sammelte Küchle verschiedene Prozessinformationen wie beispielsweise den Backvorgang dezentral und gab die Daten auf Umwegen an das ERP-System weiter. Alles zu SAP auf CIO.de

Küchle setzt in Günzburg auf Radio-Frequenz-Technik.
Küchle setzt in Günzburg auf Radio-Frequenz-Technik.

Im Gegensatz zu RFID (Radio-Frequency-Identification) werden die Barcodes nicht direkt an den Produkten beziehungsweise Paletten angebracht, um von dort ausgelesen zu werden. Stattdessen werden Kommissionierungsscheine mit entsprechenden Barcodes ausgedruckt. Dieser Weg ist zwar ein wenig umständlicher als die vollautomatisierte Abwicklung über RFID, "aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt", argumentiert Müller. Bei RFID seien die Diskussionen über Standards noch voll im Gang, gleichzeitig sei der Aufwand noch zu hoch.

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