Grid Computing für die Industrie

Mit vereinten Kräften

07. April 2003
Reppesgaard studierte in Hannover und arbeitete danach als Reporter und Moderator bei Hörfunk von Radio Bremen zu innen- und jugendpolitischen Themen und in den Bereichen Technologie und Wissenschaft. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Hamburg, seit 2001 arbeitet er mit Christoph Lixenfeld im druckreif Redaktionsbüro zusammen.
Um George W. Bush in seinem Kampf gegen den Terrorismus beizustehen, kann ungenutzte PC-Leistung neuerdings im "Patriot Grid" bereitgestellt werden - etwa zur Simulation von Pockenimpfstoffen. In der Forschungswelt schon etabliert, könnte das Bündeln von Rechenpower auch für die Industrie wegweisend sein.
So funktionieren Grid-Systeme
So funktionieren Grid-Systeme

Das technische Prinzip des Grid Computing verknüpft die Idee der Peer-to-Peer-Netzwerke, bei denen Computer ohne Hilfe von Zentralrechnern untereinander verbunden sind, mit dem so genannten Load Balancing. Eine Vielzahl billiger, über Internet oder Intranet vernetzter Standardcomputer ersetzt teure Großrechner; so werden die Kapazitäten optimal ausgenutzt. "Grid Computing bedient sich weltweiter Ressourcen. Ungenutzte Hardware lässt sich ortsunabhängig einsetzen, um große Aufgaben zu lösen", erklärt Wolfgang Kocher, Produktmanager Highend-Server bei Hewlett-Packard.

Grids sind Netze der Superlative, die DistributedComputing-Projekte wie Seti (Search for Extraterrestrial Intelligence) wegen ihrer riesigen Datenvolumina in den Schatten stellen. Vor allem US-amerikanische Unis können dank Grid über Breitbandleitungen Daten rechenintensiver ProjekteProjekte in gigantischen Tauschgeschäften von einem Rechnerverbund zum anderen verschieben. Alles zu Projekte auf CIO.de

Große IT-Unternehmen wie Hewlett-Packard, IBMIBM oder Sun Microsystems arbeiten daran, Grids industriereif zu machen. Sun beschäftigt derzeit 2000 Programmierer, um Grid-Software zu entwickeln. Unterstützt durch das Gratis-Tool Grid Engine, bündeln mittlerweile Administratoren an rund 5000 Standorten weltweit brachliegende Rechenkraft. "Mit diesem Werkzeug sorgt das Netz selbst dafür, dass die Aufgaben bei optimaler Auslastung abgearbeitet werden", so Robert Zwickenpflug aus dem Sun-Produktbereich Linux-Server. Alles zu IBM auf CIO.de

HP bietet mit dem Utility Data Center (UDC) eine aus Services, Hard- und Software bestehende Infrastrukturlösung an, die mithilfe einer virtuellen Verkabelung die flexible Ausnutzung von Ressourcen in Rechenzentren ermöglicht. Das Unternehmen hat bislang rund zehn UDC-Systeme weltweit installiert und Anfang des Jahres damit begonnen, erste Großrechenzentren zu Grids zu verbinden; den Auftakt machten zwei HP-eigene UDC in England und den USA.