Kritische Situationen mit Humor und Ironie meistern

Mit Witz zum Ziel

13. Oktober 2008
Von Andreas Heimann
Durchhaltevermögen gilt vielen Managern als höchste Tugend einer Führungskraft - nicht umsonst ist der Marathonmann Prototyp des erfolgreichen Chefs. Tatsächlich gibt es viele Situationen, wo Humor zielführender ist als verbissenes Ringen. Denn wer die Lacher auf seiner Seite hat, hat meistens schon gewonnen.

Am Arbeitsplatz gilt oft das Motto "Lachen verboten". Wer zu viel Spaß hat, steht im Verdacht, seinen Job nicht ernst zu nehmen. Und auch im Gespräch mit Kunden oder Kollegen ist Seriosität in der Regel das oberste Gebot der Unternehmenskultur.

"Humor hat im Berufsalltag häufig keinen Platz", sagt Albrecht Kresse, Autor und Trainer aus Berlin. Das ist in anderen Kulturräumen wie etwa England oder Australien anders - denn mit Humor geht vieles besser. Mit seiner Hilfe können gespannte Situationen entschärft, kritische Anmerkungen freundlicher verpackt und langweilige Konferenzen aufgepeppt werden.

"Humor ist ein kommunikatives Schmiermittel", sagt Bärbel Hinz-Käfer. "Selbst in festgefahrenen Verhandlungen kann er hilfreich sein", so die Unternehmensberaterin aus Freiburg, die Humorseminare anbietet. Humor in seiner positiven Variante sei auch eine Bewältigungsstrategie bei Belastungen im Beruf, ergänzt Birgit Rißland, Diplom-Psychologin aus Stendorf. "Für abwertenden, zynischen Humor gilt das allerdings nicht." Wer Stressfaktoren mit einer Grundeinstellung heiterer Gelassenheit begegnet, könne davon profitieren. Chronisch schlechte Stimmung erhöhe dagegen beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de.
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Foto: manager-magazin.de

Humor habe viele positive Wirkungen - auf den anderen und auf einen selbst. "Lachen ist gesund" hält Hinz-Käfer deshalb für eine zutreffende Behauptung. "Im Beruf geht es allerdings tendenziell humorlos zu", ist Albrecht Kresses Erfahrung. Zumeist gelte "Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit". Kresse ist überzeugt, dass dadurch viele Chancen verschenkt werden: "Wir nutzen Humor viel zu selten."

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