Lästern in Social Media

Mitarbeiter reden eigene Firma schlecht

17. Dezember 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Firmen bauen ihre zwar Social-Media-Strategie aus. Aber alles Engagement nützt nichts, wenn die Mitarbeiter keine positiven Botschaften über das Unternehmen verbreiten. Das ist aber häufig der Fall, wie Forrester Research herausfand.
Amerikaner denken positiver als Europäer und verkaufen sich besser? Stimmt! Das belegen diese Zahlen von Forrester.
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Foto: Forrester Research

Mitarbeiter sind nicht wirklich gute Fürsprecher für die Produkte und Dienstleistungen ihrer Firma. Darüber hinaus machen sie gegenüber Familie und Freunden auch selten Werbung für Jobangebote ihres Arbeitgebers. Das fand Forrester Research in einer weltweiten Studie heraus. Demnach sind nur 27 Prozent der 5000 befragten "Information Worker" in beiden Gebieten positive Promoter ihres Unternehmens. Wenig überraschend: Im ohnehin als miesepetrig verschrienen Deutschland sind es sogar nur 24 Prozent.

Die Konsequenzen im Social Media-Zeitalter sind nach Einschätzung Forresters beträchtlich. Denn schließlich macht den Charme der kommunikativen Internet-Plattformen aus Firmensicht ja gerade aus, dass sich Mitarbeiter selbstständig und überzeugend mit Kunden und potenziellen neuen Kollegen austauschen.

„Unternehmen müssen IT, Personalabteilung, Kundendienst und Führungsetage zusammenbringen, um die besten Wege zu finden, Lästerer in Fürsprecher zu verwandeln“, folgert Forrester. Ein weiteres gemeinsames Ziel müsse es sein, das Echo der Promoter etwa bei FacebookFacebook und TwitterTwitter zu verstärken. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Twitter auf CIO.de

Gleichwohl will Studienautor Matthew Brown nicht Alarm schlagen, denn die Ergebnisse seiner Untersuchung nahe legen. Schließlich habe Forrester zum ersten Mal die Advokaten-Neigung der Mitarbeiter gemessen und könne die Ergebnisse noch nicht perfekt einordnen. So wurden sieben Branchen auf allen Ebenen untersucht. Nun mag es positiv sein, dass sich Mitarbeiter von Regierungseinrichtungen, Militär und Pharmaindustrie zurückhalten, keine Interna ausplaudern und auch keine unerlaubte Arzneimittelwerbung machen.