Folgen von BYOD

Mitarbeiter verweigern Einblick ins Smartphone

27. November 2012
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
EU-Agentur Enisa weist auf unerwartete Folgen von "Bring Your Own Device" hin: Mitarbeiter könnten der IT Zugriff zu Daten auf ihren Privatgeräten verweigern.

Auch wenn Gartner den BYOD-Hype derzeit auf dem Gipfel der überzogenen Erwartungen sieht und ein Abkühlen des Trends erwartet: An Mitarbeiter-eigenen Geräten im Unternehmen kommen CIOs einfach nicht mehr vorbei. Gerade jüngere Mitarbeiter wollen nicht darauf verzichten. Inzwischen hat auch die EU-Agentur für Internetsicherheit ENISA das Thema für sich entdeckt. In der Studie "Consumerization of IT: Top Risks and Opportunities" analysiert sie Pro und Contra von BYOD.

Vorteile durch flexible Arbeitsorte

Die aktuelle Studie der EU-Agentur nimmt die Vor- und Nachteile von BYOD unter die Lupe.
Die aktuelle Studie der EU-Agentur nimmt die Vor- und Nachteile von BYOD unter die Lupe.
Foto: ENISA

Die ENISA erkennt in BYOD als vorteilhaft, dass Arbeitszeiten flexibler werden, Arbeitnehmer somit vom festen Arbeitsplatz unabhängig. Das Home-Office würde dadurch zu einer besseren Alternative. Die Möglichkeit, in "Notfällen" erreichbar zu sein, würde die Produktivität ebenfalls erhöhen, so die Experten von ENISA. Zudem könnten Mitarbeiter in virtuellen Teams arbeiten und ihr Wissen über Blogs, Wikis oder Social Networking teilen. Das trifft vor allem auf Teams zu, die aus mehreren Abteilungen stammen und so leichter zusammenarbeiten können, so die Studie. Dass ständige Erreichbarkeit auch ein Problem sein kann, erachtet die EU-Agentur als Sache der Mitarbeiter: Sie hielten sich einfach nicht an ihre Arbeitszeiten.

Einen weiteren Vorteil sieht die EU-Agentur in einer "Verringerung der Ausgaben für die interne Büroinfrastruktur". Die Wartungskosten seien durch flexibel nutzbare IT-Modelle wie etwa Cloud Computing zum Teil geringer, glaubt die ENISA. Weil die Daten von überall immer nutzbar sein müssen, bieten sich Cloud-Modelle an. Cloud Computing ermögliche es Unternehmen, einen besseren Überblick darüber zu haben, welche Daten gerade fließen, glaubt die ENISA.

Produktivere und zufriedenere Mitarbeiter

Mitarbeiter seien mit ihren eigenen Geräten produktiver und zufriedener und könnten so individuelle Fähigkeiten besser entwickeln, heißt es in der Studie. Der ständige Zugang zu Business-Daten fördere die Produktivität und die Kommunikation. Das mag gerade für Außendienstmitarbeiter und Geschäftsreisende zutreffen. Welche Fähigkeiten die Consumerization of IT allerdings darüber hinaus fördert, darüber lässt sich die Studie nicht aus. Sie sieht aber ein Mehr an Kundenzufriedenheit in der verbesserten Kommunikation und damit auch einen potenziellen finanziellen Vorteil für Unternehmen.