Neue Mitarbeiterführung

Mitarbeiter werden zu Unternehmern

11. Mai 2010
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Führungskräfte müssen mit der Kontrolle aufhören und sich zum Moderator und Ermöglicher wandeln. Denn Mitarbeiter verlangen nach mehr Freiheit und Sinn in ihrer Arbeit. Buchautor Markus Albers im Gespräch mit CIO.de über die Meconomy und ihre Folgen.

CIO: In Ihrem ersten Buch ging es um die Easy Economy, in der Manager Ihren Mitarbeitern nur noch Ziele vorgeben, Ihnen aber keine Vorschriften über den Weg zum Ziel machen. Das neue Buch heißt "Meconomy", im Begriff verschmelzen "Me" und "Economy". Was ist anders?

"Meconomy" von Markus Albers, März 2010, im Internet: www.meconomy.me
"Meconomy" von Markus Albers, März 2010, im Internet: www.meconomy.me

Albers: Es ist eine andere Perspektive auf das Phänomen der neuen Arbeitswelt. Sobald man arbeitet, wann und wo man will, fragt man sich auch bald: Was mache ich eigentlich? Sollte ich nicht damit mein Geld verdienen, wofür ich brenne? Gerade in der Wirtschaftskrise haben viele gemerkt, dass die klassische Unternehmenskarriere auch keine Sicherheit mehr bietet und mit der Sinnsuche begonnen. Sie wollen das tun, wofür ihr Herz schlägt. Die Technik macht solche Selbstverwirklichung heute erstmals realistisch.

CIO: Der Untertitel Ihres Buches lautet "Warum wir uns jetzt neu erfinden müssen." Sollen wir uns in der Meconomy alle mit einer tollen Idee selbstständig machen?

Albers: Nein, die Meconomy funktioniert auch im Unternehmen. Dafür gibt es den Begriff des Embedded Entrepreneur. Das ist ein Angestellter, der im Unternehmen wie ein FreiberuflerFreiberufler agiert. Er versucht, Dinge zu bewegen und seiner Leidenschaft zu folgen. Alles zu Freiberufler auf CIO.de

CIO: Kennen Sie ein Beispiel aus Deutschland?

Albers: Die Deutsche Telekom hat gemerkt, dass sie Schwierigkeiten hat, Digital Natives für Ihr Unternehmen zu begeistern. Deswegen wurde dort ein Entrepreneurprogramm geschaffen, das Mitarbeitern eine neue Stufe von Freiheit bietet. Sie können ihre eigenen Geschäftsideen im Unternehmen verwirklichen.