Fertigungsindustrie

Mittelstand hadert mit Big Data

31. Dezember 2014
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Big-Data-Anwendungen und Cloud Computing wecken immer noch Skepsis. Das geht aus einer Studie von PAC Dienstleister Freudenberg IT hervor.

Auf den ersten Blick klingen die Ergebnisse gut: von 4,9 auf 5,4 ist der IT InnovationInnovation Readiness Index 2014 gestiegen, den die Analysten von PAC (Pierre Audoin Consultants) und der Dienstleister Freudenberg IT dem deutschen Mittelstand bescheinigen. Allerdings endet die Skala erst bei zehn. An der Studie, die dem Index zugrunde liegt, haben 126 Fertigungsunternehmen teilgenommen. Alles zu Innovation auf CIO.de

In puncto Industrie 4.0 behandelt diese Studie vor allem selbststeuernde Fertigungsprozesse. Rund sieben von zehn Befragten (69 Prozent) haben solche bereits implementiert oder geben zumindest an, dies zu planen. Auch bei der Integration kaufmännischer Anwendungen und Manufacturing Execution Systemen (MES) erhalten die Befragten eine gute Bewertung. 67 Prozent haben eine solche Integration vollzogen. Die Studienautoren sehen MES als Kernkomponente von Industrie 4.0.

Bei Cloud ComputingCloud Computing und Big DataBig Data dagegen zeigen sich die mittelständischen Fertiger noch zurückhaltend. Rund ein Drittel der Befragten äußert Zweifel am Nutzen von Big Data-Anwendungen. Lediglich 38 Prozent überwachen ihre Produktion mittels Data Analytics in Echtzeit. Im kaufmännischen Bereich gelten Datenanalysen mit einem Nutzungsgrad von 67 Prozent jedoch als etabliert. Was Cloud betrifft, vertreten 40 Prozent der Befragten eine deutliche Haltung: sie lehnen die Einführung grundsätzlich ab. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Mobile Arbeitsplätze und Mobile Device Management sind für die Befragten mit einem Einsatzgrad von 66 Prozent beziehungsweise 52 Prozent nichts Ungewöhnliches mehr. Allerdings erklärt mit 23 Prozent noch nicht einmal jeder Vierte, eine BYOD-Strategie (Bring your own DeviceBring your own Device) eingeführt zu haben. Alles zu BYOD auf CIO.de

3D-Druck und Augmented Reality in weiter Ferne

Schließlich wagen die Studienautoren einen Blick in die Zukunft. Erst vor wenigen Monaten, im September 2014, präsentierte die "International Manufacturing Technology Show" in Chicago das erste Auto aus dem 3D-Drucker. "Strati" nennt sich das Gefährt aus einem Kunststoff-Carbon-Gemisch.

Eine "praktische Bedeutung" komme aber dem 3D-Druck in der mittelständischen deutschen Fertigung noch nicht zu, so PAC und Freudenberg. Etwas vage lautete ihre Frage an die Studienteilnehmer, ob durch dieses Druck-Verfahren "schon bald signifikante Effizienz- und Kostenvorteile" erzielt werden könnten. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) glaubt das "eher nicht" oder "überhaupt nicht".

Auch den Einsatz von Augmented Reality sehen die Befragten noch nicht. Nur jeder Fünfte glaubt "eher" oder "voll und ganz", dass solche Technologien nennenswerte Effizienzsteigerungen bringen.

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