Raad-Studie IT in der Prozessindustrie

Mobile hui, Compliance pfui

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Firmen der Chemie-, Pharma- und verarbeitenden Industrie entdecken den Nutzen des Smartphones und investieren ordentlich in Software und IT-Infrastruktur. Bedenklich erscheint hingegen ihr Nachholbedarf in Sachen Compliance.
Offen für Auto-ID: Tracking und Tracing via Smartphone spricht die Firmen sichtbar an.
Offen für Auto-ID: Tracking und Tracing via Smartphone spricht die Firmen sichtbar an.
Foto: RAAD Research

Die deutsche Prozessindustrie zeigt sich sehr offen für neue Technologien zur mobilen Datenerfassung. In anderen IT-Anwendungsfeldern sind die Unternehmen hingegen zurückhaltend. So nehmen bisher bei weitem nicht alle Firmen Software-Unterstützung in Anspruch, um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu garantieren. Diese Kluft zeigt eine Studie von Raad Research, für die 300 CIOs aus der chemischen, pharmazeutischen, kunststoff- und metallverarbeitenden IndustrieIndustrie befragt wurden. Top-Firmen der Branche Industrie

Technologien zur mobilen Datenerfassung – zum Beispiel via Smartphone – und zur automatischen Identifizierung von Waren (Auto-ID) finden naturgemäß Anklang in den genannten Branchen. Schon alleine deshalb, weil das Gefahrenpotenzial der Prozesse einen ständigen Überblick verlangt. „Daneben bieten die Techniken Möglichkeiten zur Optimierung der Warenströme im Unternehmen und damit zu Kosteneinsparungen beispielsweise im logistischen Bereich“, heißt es in der Studie.

Auto-ID-Lösungen wie Barcode, Datamatrix oder Radio Frequency Identification (RFID) setzen 71 Prozent der Unternehmen ein. 60 Prozent tun das in der Lagerverwaltung, jeweils ein Viertel in Produktion und Logistik. Der geringe Anteil der Nichtanwender wird sich in diesem Bereich weiter vermindern, denn 11 Prozent der Befragten planen einen künftigen Einsatz.

Ist die Verwendung von RFID-Chips längst alltäglich geworden, so erscheinen mobile Technologien wie SmartphonesSmartphones als nächster Schritt zur Optimierung. 36 Prozent der Unternehmen sehen in Auto-ID ein hohes Potenzial und setzen zumindest punktuell schon derartige Lösungen ein. Alles zu Smartphones auf CIO.de