Auktion

Mobilfunker reißen sich nicht um neue Frequenzen

27. Mai 2015
In der mit Spannung erwarteten Auktion von Mobilfunklizenzen kommen sich die drei deutschen Netzbetreiber bislang nur an wenigen Stellen ins Gehege.

Bei den wichtigen neuen Frequenzen im Bereich um 700 Megahertz (MHz) zeichnete sich bereits nach der ersten Runde eine mögliche Einigung ab - alle Netzbetreiber hatten für jeweils zwei der sechs angebotenen Frequenzblöcke in dem Bereich das Höchstgebot abgegeben, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch in Mainz mitteilte.

Bislang für DVB-T genutzte Frequenzen werden für Mobilfunk frei.
Bislang für DVB-T genutzte Frequenzen werden für Mobilfunk frei.
Foto: Vodafone

Damit könnten die Deutsche TelekomDeutsche Telekom, VodafoneVodafone und TelefonicaTelefonica Deutschland die begehrten Frequenzen jeweils für das Mindestgebot oder nur knapp darüber erhalten - pro Block sind mindestens 75 Millionen Euro aufgerufen. "Ich erwarte eine lebhafte Auktion", hatte Behördenchef Jochen Homann vor dem Startschuss zur Versteigerung noch gesagt. In der Auktion werden die Nutzungsrechte für die versteigerten Frequenzen von Anfang 2017 bis Ende des Jahres 2033 vergeben. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Telekom Top-500-Firmenprofil für Telefonica Top-500-Firmenprofil für Vodafone

Mit dem Auktionserlös wollen Bund und Länder zum Teil den Breitbandausbau mit schnellem Internet fördern. Der für die Infrastruktur zuständige Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) hofft daher bei der Auktion auf einen Geldregen. Nach Ende der sechsten Bietrunde lag die Summe der Höchstgebote bei gut 1,5 Milliarden Euro.

Niedrige Mobilfunkfrequenzen haben physikalisch höhere Reichweiten und können daher besser in ländlichen Gebieten eingesetzt werden - daher sind auch die Frequenzen um 700 MHz unter dem Schlagwort "Digitale Dividende 2" so begehrt: Mit ihnen können die Anbieter den schnellen Datenfunk LTE auch in bisher schlecht erreichbaren Gegenden anbieten. Das bisher auf den Frequenzen sendende Digitalfernsehen DVB-T muss dafür umziehen.

Auch bei den ebenfalls neuen Frequenzen um 1,5 Gigahertz (GHz) gab es bislang wenig Gerangel unter den Bietern, zuletzt teilten sich Vodafone und Telekom die acht angebotenen Blöcke gleichmäßig untereinander auf. Spürbare Bewegung gab es vielmehr in den Frequenzbereichen um 900 MHz und 1,8 GHz, die bereits für den Mobilfunk verwendet werden. Diese Lizenzen werden neu vergeben. Diese Frequenzen werden von den Betreibern vor allem für GSM-Sprachtelefonie (900 MHz) sowie zusätzlich LTE im städtischen Bereich (1,8 GHz) bei hoher Einwohnerdichte verwendet.

Die Ausgangslage bei den Mobilfunkern ist unterschiedlich. So hat Telefonica nach der Fusion mit E-PlusE-Plus ein spürbares Übergewicht bei der Frequenzausstattung im Bereich um 1,8 GHz, Vodafone besitzt dort bislang lediglich einen kleineren Block. Im 900er-Spektrum funken die drei Anbieter bislang auf einem fast ausgeglichen großen Frequenzbereich - hier könnten sich die Bieter demzufolge wehtun. Mit dementsprechenden Auswirkungen auf den Auktionsverlauf: Sollte sich einer in einem bestimmten Bereich auf die Füße getreten fühlen, könnte er in einem anderen Bereich den Spielverderber geben. (dpa/tc) Top-500-Firmenprofil für E-Plus

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