Pilotphase soll ausgebaut werden

München verschiebt Linux-Einführung erneut

09. September 2005
Von Thomas Zeller
Die Stadt München verschiebt die Linux-Migration ihrer 14.000 Büro-Arbeitsplätze auf das kommende Jahr. "Wir haben uns entschieden im Januar 2006 noch eine Pilotphase zu starten", sagte Florian Schießl vom Münchner Amt für Informations- und Datenverarbeitung zu CIO-Online. Dadurch könnten Qualitätsmängel vermieden werden.

Der neue Zeitplan sieht den Beginn der Migration für April/Mai kommenden Jahres vor. Die erste Abteilung, die auf Linux umstellen soll, werde das Bürgermeisteramt sein, sagte Schießl. Hier werden ab Mitte 2006 die ersten der 250 Arbeitsplätze auf das Debian-basierte Betriebssystem umgestellt. Dabei will die Verwaltung zunächst nur Rechner migrieren, die nur einfache Anwendungen nutzen.

In Bereichen mit Spezial-Software hat sich die Münchner Stadtverwaltung für einen Mittelweg entschieden: Zunächst soll auf den Clients OpenOffice auf dem Betriebssystem Windows installiert werden.

Die zeitliche Verzögerung bei dem Projekt begründete Schießl mit verschiedenen Faktoren. So musste im vergangenen Jahr die Migration wegen rechtlicher Probleme vorerst gestoppt werden. Rechtsexperten mussten die Patentsituation bei Open-Source-Software prüfen. Sie kamen jedoch zu dem Schluss, dass es nur ein geringes Risiko gibt, Software-Patente zu verletzen.

Auch der Ausschreibungsprozess habe mehr Zeit in Anspruch genommen, als ursprünglich vorgesehen. Die Angebote der Firmen seien sehr unterschiedlich und unmöglich miteinander zu vergleichen gewesen, so Schießl.

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