Hilfe durch Coaching

Nach der Kündigung ist vor dem neuen Job

17. Dezember 2012
Wer betriebsbedingt gekündigt wird, sollte die Vergangenheit abhaken und nach vorne schauen. Coaching und ein aussagekräftiges Zwischenzeugnis können helfen.
Betriebsbedingte Kündigungen: oft für beide Parteien eine schwierige Situation.
Betriebsbedingte Kündigungen: oft für beide Parteien eine schwierige Situation.
Foto: detailblick - Fotolia.com

Muss ein Unternehmen Mitarbeiter aus betriebsbedingten Gründen entlassen, will es Streitigkeiten in der Regel vermeiden und signalisiert Kooperationsbereitschaft. Der Mitarbeiter geht offiziell "auf eigenen Wunsch", erhält im Gegenzug eine angemessene Abfindung und ein wohlwollend formuliertes Zeugnis. Letzteres hat der Mitarbeiter sogar oft selbst entworfen.

Das Zeugnis ist in dieser Situation ein wichtiger Baustein des Gesamtpakets, es sollte frühzeitig formuliert und abgesprochen werden, damit es bis zum letzten Arbeitstag vorliegt. Oft wollen und müssen sich die Gekündigten frühzeitig bewerben. Robert Mudter, Arbeitsrechtler in Frankfurt am Main, rät: "Man sollte vereinbaren, dass vom Eigenentwurf nur in Ausnahmefällen abgewichen werden kann. So stellt man sicher, dass die gewünschten Formulierungen mit angemessener Dankesformel auch umgesetzt werden."

Faire Trennung als Ziel

Für Wolfgang Wagner von Bewerber Consult steht die Planung der beruflichen Zukunft im Vordergrund. "Eine faire Trennung ist Teil des Reputations-Managements, und zwar für beide Seiten." Schlammschlachten, Vorwürfe oder langwierige Auseinandersetzungen schaden allen Beteiligten. Oft haben aber Gekündigte, gerade wenn sie lange in einem Betrieb beschäftigt waren, am Anfang wenig Einsehen.

So wie Holger S., dem nach mehr als 20 Jahren in einem Großunternehmen überraschend gekündigt wurde. Coach Wagner machte dem erbosten Maschinenbauingenieur klar, dass an der Entscheidung des Unternehmens nicht zu rütteln sei und er sich seiner Stärken besinnen solle. Dazu gehörten gefragte Fachkenntnisse, eine nachweislich kontinuierliche Entwicklung und ein ständiger Zuwachs an Verantwortung. "Daran sind auch andere Firmen interessiert, richten Sie den Blick nach vorne", riet Wagner. Holger S. sammelte alle beruflich relevanten Fakten, nahm den Markt genau unter die Lupe und legte gemeinsam mit Wagner die weiteren Schritte fest.