Deutsche Firmen haben Defizite beim Kosten-Management

Nachholbedarf an Mitarbeiterschulung und neuen IT-Lösungen

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Deutsche Unternehmen schöpfen interne Potenziale zur Kostensenkung nicht aus. Defizite und Versäumnisse gibt es einerseits bei der Qualifizierung von Mitarbeitern in den Finanz- und Controlling-Abteilungen, andererseits was den Einsatz neuer IT-Lösungen für Kostenrechnung und Controlling angeht. Das geht aus einer aktuellen Online-Umfrage des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF), hervor.

Jedes Unternehmen, das am Markt agiert und sich dort behaupten will, muss Gewinne erwirtschaften sowie im Rahmen eines effizienten Kosten-Managements Ausgaben reduzieren.

Interne Potenziale nicht ausgeschöpft

Deutsche Unternehmen schöpfen interne Potenziale zur Kostensenkung nicht aus. Das liegt unter anderem an der mangelnden Qualifizierung von "Kostenprofis" wie Buchhaltern und Controllern. Immerhin 58 Prozent der Befragten bekennen, dass ihre Mitarbeiter in punkto Kosten-Management nicht ausreichend geschult sind und sie darin Nachholbedarf haben.

Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zur Behauptung der Firmen, ein hohes Kosten-Know-how ihrer Fachkräfte in den Finanz- und Controlling-Abteilungen sei für sie wichtig bis sehr wichtig. Das gaben nämlich 64 Prozent der Befragten an.

Nachholbedarf in der ITK-Branche

Besonders auffallend ist diese widersprüchliche Haltung in der Telekommunikations- und IT-Branche sowie im Medien-Bereich. Die befragten Entscheider aus diesen Branchen bewerten die Bedeutung von entsprechend qualifiziertem Personal auf einer Notenskala von eins bis sechs mit einer Durchschnittsnote von 1,6.