Unified Communications hilft Formel 1, Polizei und Unis

Nahtlose Kommunikation in kritischen Situationen

21. Oktober 2008
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Unified Communications (UC) bewährt sich mittlerweile in so manchem Umfeld mit besonderen Ansprüchen: In der Formel 1 sorgt es bei Honda dafür, dass auch Kommunikation schnell ans Ziel kommt. Polizisten jagen mit Hilfe von UC Verbrecher. Im Universitäts-Klinikum ermöglicht UC einen reibungslosen Forschungs- und Versorgungsalltag. Eine Studie stellt die drei Beispiele aus der Praxis vor.

Formel 1 bedeutet Geschwindigkeit und Spektakel für die Massen und die High Society. Seit jeher ist die schnellste Klasse im Automobil-Rennsport aber auch ein Testfeld für technologische Neuerungen. Und das nicht nur für neue Motoren: Das Honda Racing F1 Team, für das Rubens Barrichello und Jenson Button um die Kurven rasen, setzt längst auch auf die Karte UC.

Wer die Rennen der Königsklasse verfolgt, weiß: Ein Großteil des Erfolgs hängt von einer funktionierenden Abstimmung ab. Hersteller, Designer, Ingenieur, Partner und Zulieferer müssen ständig miteinander in Kontakt sein sowie stets präzise und mitunter blitzschnell auf Herausforderungen reagieren. „Wir sind Teil eines unglaublich zeitbestimmten Umfelds, in dem sich alles schnell bewegt“, sagt David France, IT-Direktor des Rennstalls. „Nahtlose Kommunikation von guter Qualität ist eine Voraussetzung für unseren Erfolg auf der Strecke.“

Das IT-Kommunikations-Netz von Honda umfasst mindestens 550 Nutzer mit einer Erweiterungs-Option auf 12.000 Benutzer. Sie alle sind durch eine neue Lösung auf Basis sicherer Internet Protocol (IP)-Telefonie aus dem Hause Avaya überall auf der Welt mit einer festen Nebenstellen-Nummer erreichbar. Ein in dieser Milliarden-Branche heilsamer Schritt: „Beim Honda Racing F1 Team standen die Kommunikations-Mittel kurz davor, die Leistung und Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen“, heißt es in der Studie. „Das vorhandene Telefonie-System hatte die Grenzen seiner Kapazität erreicht.“

Eine Formel 1-Besonderheit ist, dass Renn-Teams und Testfahrer mehr als 34 Wochen im Jahr auf der ganzen Welt unterwegs sind. Sie halten sich dann aber nur eine überschaubare Zeit an einem Ort auf. Nun laufen alle Telefonate über einen einzigen Verteiler in der Zentrale im englischen Brackley. Das erleichtert nicht nur – etwa durch ständigen Zugriff auf alle Daten abseits vom Schreibtisch – die komplexen Abläufe im Team. Vor allem hat sich Honda damit auch von den unterschiedlichen Gebühren der Netzanbieter in aller Welt emanzipiert. Die Telefon-Kosten sind jetzt konstant, kalkulierbar und konnten um 30 Prozent gesenkt werden.