Globalisierung beim Outsourcing

Nearshore- und Offshore-Kapazitäten sind gefragt

16. Oktober 2006
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Globalisierte Geschäfte wirken sich nicht nur auf Unternehmen, sondern auch auf das Software- und IT-Servicegeschäft aus. Entwicklungs- und Wartungsarbeiten werden verstärkt aus den Industriestaaten in Schwellenländer verlagert. Auch deutsche IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen bieten inzwischen ihren Kunden verstärkt Nearshore- beziehungsweise Offshore-Kapazitäten. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungshaus Lünendonk in einer aktuellen Untersuchung.
Der Anteil von Near-/Offshore-Kapazitäten bei Software- und IT-Service-Firmen ist in der Regel noch überschaubar.
Der Anteil von Near-/Offshore-Kapazitäten bei Software- und IT-Service-Firmen ist in der Regel noch überschaubar.

Der steigende internationale Wettbewerbsdruck verlangt von IT-Dienstleistern, ihre Kosten für Entwicklung, Betrieb und Wartung von Software zu senken. IT-Beratungshäuser und IT-Service-Unternehmen verlagern Software-Entwicklung und Wartungsarbeiten an laufenden Kundensystemen immer mehr in Schwellenländer Mittel- und Osteuropas sowie Ostasiens. Das beschert dem traditionell multinationalen IT-Software- und IT-Services-Geschäft eine neue Dimension.

Ein Grund hierfür liegt in den - verglichen mit westlichen Industriestaaten - deutlich geringeren Personalkosten. Laut Lünendonk lassen sich damit stark standardisierte Themen wie die Software-Entwicklung und -programmierung zu wesentlich günstigeren Kosten durchführen. Das senkt in einem Markt mit engen Margen die internen Kosten.

Nearshore- und Offshore-Kapazitäten steigen

Fast zwei Drittel der für die Lünendonk-Studie befragten deutschen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen bieten ihren Kunden bereits Nearshore- beziehungsweise Offshore-Kapazitäten an. Von den Top-10-IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen sind es 83 Prozent, von den mittelgroßen und kleineren Unternehmen rund 60 Prozent.

68 Prozent der Unternehmen, die solche Nearshore- oder Offshore-Kapazitäten anbieten, nutzen hierfür eigene Kapazitäten. Das sind in der Regel Tochter- oder Schwestergesellschaften in den Regionen mit niedrigeren Struktur- und Personalkosten. Knapp ein Drittel bietet Kapazitäten eines Partners beziehungsweise eines externen Dienstleisters an.

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