Britische IT-Dienstleister auf neuen Pfaden

Nearshore und Offshore schlagen Onshore

11. Oktober 2006
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Der anhaltende Trend von Unternehmen, IT-Dienstleistungen von Offshore-Anbietern einzukaufen, macht auch vor der Software- und IT-Service-Industrie in Großbritannien nicht halt. Der Marktforscher Ovum prognostiziert in einer aktuellen Untersuchung, dass bis 2008 rund sechs Prozent der Arbeitsplätze in der IT-Service-Sparte wegfallen. Allerdings warnen die Analysten davor, die Situation zu dramatisieren, denn durch eine verbesserte Ausbildung könne diese Entwicklung deutlich verlangsamt werden.
Arbeitsplätze in der britischen Software- und IT-Service-Industrie werden in Offshore-Länder verlagert.
Arbeitsplätze in der britischen Software- und IT-Service-Industrie werden in Offshore-Länder verlagert.

Britische Unternehmen versuchen verstärkt, IT-Dienstleistungen international günstig einzukaufen, beziehungsweise Entwicklung und Betreuung von Software an Offshore-Dienstleister auszulagern (Global Sourcing). In diesem Zuge werden auch die britischen IT-Service-Anbieter ihre Offshore-Aktivitäten in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. Das liegt an den geringen Wachstumsraten und niedrigen Gewinnmargen in diesem Sektor.

Personalkosten reduzieren

Die durchschnittlichen Kosten pro Angestelltem belaufen sich in Großbritannien auf mehr als 56.000 britische Pfund pro Jahr, ein Offshore-/Nearshore-Angestellter kostet etwas mehr als 24.000 britische Pfund pro Jahr, wie die Analysten errechneten.

Hier versucht die IndustrieIndustrie gegenzusteuern und Personalkosten zu reduzieren sowie bestimmte Aktivitäten in Offshore- oder Nearshore-Niederlassungen auszulagern oder zu automatisieren. Dazu gehören unter anderem Programmiertätigkeiten sowie einfache Call-Center-, Help-Desk und Back-Office-Arbeiten. Top-Firmen der Branche Industrie

Insgesamt prognostizieren die Analysten den Beschäftigten der britischen Software- und IT-Service-Industrie negative Auswirkungen des Offshorings. So soll die Zahl der in Großbritannien Beschäftigten aus diesem Sektor bis zum Jahr 2008 von 249.000 um mehr als 15.000 auf weniger als 234.000 zurückgehen. Gleichzeitig werden immer mehr Beschäftigte aus Offshore- oder Nearshore-Ländern Service-Leistungen für den britischen IT-Service-Markt erbringen. Bis 2008 soll sich deren Anzahl auf 131.000 verdoppelt haben.

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