Authentisch sein und Hobbys pflegen

Netzwerken für Schüchterne - 12 Tipps

11. April 2014
Von Nicolas Zeitler
Zurückhaltende Menschen stellt Netzwerken vor eine Herausforderung: Sie müssen auf andere zugehen und etwas von sich preisgeben - immer mit der Angst, zurückgewiesen zu werden. Doch wer im kleinen Kreis anfängt und sich von anderen Unbekannten vorstellen lässt, kann das Netzwerken lernen.
Wer beim Netzwerken gezielt nach einer neuen Stelle sucht, sollte auf typische Fragen vorbereitet sein, etwa zu Lebenslauf oder Gründen für den Jobwechsel.
Wer beim Netzwerken gezielt nach einer neuen Stelle sucht, sollte auf typische Fragen vorbereitet sein, etwa zu Lebenslauf oder Gründen für den Jobwechsel.
Foto: MEV Verlag

Networking ist im Berufsleben der Schlüssel zum Erfolg, sagt der Coach Keith Ferrazzi. Es hilft, neue Stellen zu finden, umgekehrt auch Stellen zu besetzen, neue Kunden und Investoren zu gewinnen. Doch für schüchterne Menschen, als die Computerfreaks häufig gelten, kann das Netzwerken ein echtes Problem sein. Vielen fehlt das Grundvertrauen in andere Menschen, sie haben Angst vor Zurückweisung und finden die Plaudereien zur Beziehungspflege unwürdig.

Doch Mauerblümchen und zarte Pflänzchen können das Netzwerken lernen, behauptet Meridith Levinson von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com. Sie hat zwölf Ratschläge zusammengetragen, die Schüchternen den Einstieg ins Tratschen erleichtern sollen. Denn verzichten könne darauf niemand, schreibt sie mit Verweis auf Keith Ferrazzi. Der betont, dass keiner seine Karriereziele allein auf eigene Faust erreichen könne.

1. Im Bekanntenkreis anfangen

Wer Scheu habe, Fremde anzusprechen, solle Netzwerk-Gespräche zunächst mit Freunden oder Verwandten proben. "Sie können viel wertvolles Networking betreiben, ohne einen einzigen unangemeldeten Anruf oder Besuch bei jemand machen zu müssen", sagt Lynne Sarikas, Leiterin des Karrierezentrums an der Northeastern University in Boston. Gelungene Konversation mit Bekannten nehme dem Netzwerken seinen Schrecken und bringe einem den Vorgang näher.

Der nächstliegende Schritt sei es dann, Abgänger von der eigenen Hochschule anzurufen. Das eigene Alumni-Netzwerk könne eine Goldgrube für Kontakte sein, sagt Sarikas. "Haben Sie keine Angst, aus heiterem Himmel mit einem anderen Ehemaligen zu telefonieren", sagt die Management-Expertin. "Schließlich haben sich die Leute ja genau deshalb ins Netzwerk eingetragen, um solche Gespräche zu führen."

2. Keine Entschuldigungen

In sich gekehrte und unerfahrene Netzwerker entschuldigen sich oft, wenn sie andere um Hilfe bitten. Der Grund: Sie sehen die Kontaktpflege als lästige Pflicht, nicht als Teil für den Aufbau von Beziehungen. "Die Leute entschuldigen sich, weil sie denken, sie seien es nicht wert, die Zeit eines anderen zu beanspruchen", meint Lynne Sarikas.

Doch Entschuldigungen zeigten nicht nur mangelnde Professionalität, sondern seien auch lästig und kindisch. Niemand müsse sich dafür entschuldigen, andere um Hilfe zu bitten oder mehr über sie wissen zu wollen.

3. Aus der Selbstisolation lösen

Von Natur aus schüchtern seien die wenigsten Menschen, behauptet Keith Ferrazzi. Meist sei ein äußeres Ereignis die Ursache dafür, dass Menschen sich zurückzögen. Introvertierte sollten sich klar machen, dass sie nicht von Geburt an Eigenbrötler seien sondern soziale Wesen. Vergegenwärtige man sich das regelmäßig, könne es einem aus der Selbstisolation heraushelfen.

4. Authentisch sein

Kein Introvertierter muss mit einem Schlag so gesellig auftreten wie die Kontaktfreudigsten unter den Kollegen. Am schlimmsten sei es, gekünsteltes Verhalten zur Schau zu stellen, betont Ferrazzi. "Seien Sie der echte, bescheidene und schüchterne Mensch, der sie nun mal sind", empfiehlt der Buchautor. Das könne durchaus sympathisch wirken.

5. Aus den eigenen Interessen schöpfen

Lynne Sarikas schlägt vor, Veranstaltungen zu besuchen oder Vereinen beizutreten, die mit den eigenen Interessen zu tun haben. Wer einen guten Tropfen nicht verschmäht, solle ab und zu an einer Weinprobe teilnehmen. Der Freund des runden Leders solle ins Fußballstadion oder in eine Kneipe zum gemeinschaftlichen Zuschauen gehen.

Zur Startseite