Das Jahr der großen Umwälzungen

Neue Marktstrukturen verlangen nach neuen IT-Konzepten

10. Januar 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Alle Jahre wieder rufen die großen Analystenhäuser eine neue Ära aus. Diesmal haben die Auguren von IDC tief in die Glaskugel geschaut und sehen im Jahr 2007 die so genannte "Era of Hyper-Disruption" heraufdämmern. Trotz eines eher moderaten Marktwachstums soll es große Veränderungen in Form neuer IT-Konzepte geben. Verantwortlich dafür sind unter anderem die Globalisierung der IT in neue aufstrebende Schwellenmärkte sowie kleine und mittlere Anwenderunternehmen.

Insgesamt werden die IT-Ausgaben nur moderat um durchschnittlich 6,6 Prozent (Jahr 2006: 6,3 Prozent) wachsen. Aufgeteilt nach Segmenten wird der Software-Bereich mit einem Plus von acht Prozent am stärksten zulegen, Services bleiben stabil bei sechs Prozent und Hardware (Netzwerkausrüstung, PCs und Server) wird sich bei 6,5 Prozent einpendeln. Frank Gens, Senior Vice President of Research bei IDC, bezeichnet das allgemeine Marktwachstum zwar als "langweilig", rechnet aber mit zum Teil fundamentalen Veränderungen im Markt. Viele IT-Anbieter werden sich deshalb neuen Geschäftsmodellen und Technologien zuwenden und ihre traditionellen Marktgrenzen überschreiten.

Aufstrebende Märkte

Ein wichtiger Faktor für die zu erwartenden Umwälzungen ist die Globalisierung der IT. Wachstumstreiber sind hier weiterhin Schwellenmärkte - darunter die so genannten BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China). In Indien wächst der IT-Markt um 23 Prozent, in China um 14 Prozent. Hinter diesen tauchen aber bereits neue Länder auf, die ihr Potenzial unter Beweis stellen wollen.

Zu den so genannten "Beyond-BRIC"-Ländern gehören in Lateinamerika Peru, Chile und Argentinien, der Nahe Osten, Zentral- und Osteuropa sowie Süd-, West- und Nord-Afrika (alle bis zu 14 Prozent). Dort werden zunächst Investitionen in moderne IT-Infrastrukturen ganz oben auf der Agenda stehen.

Mittelstand wird immer wichtiger

Neben der länderspezifischen Betrachtung sehen die Marktforscher im Bereich der kleinen und mittleren Anwenderfirmen hohe Marktpotenziale. Diese werden deshalb verstärkt in den Fokus vieler IT-Hersteller rücken, die ihre bisher auf Großunternehmen ausgerichteten Angebote verstärkt auf diese Zielgruppe zuschneiden. Das gilt beispielsweise für Software-as-a-Service (SaaSSaaS) oder Managed Services. Alles zu SaaS auf CIO.de

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