Stammwerk Ingolstadt

Neue Mensch-Roboter-Kooperation in der Audi-Produktion

16. Februar 2015
Audi hat im Stammwerk Ingolstadt einen neuen Roboter im Serieneinsatz, der Hand in Hand mit dem Menschen arbeitet – ohne Sicherheitsabsperrung und angepasst an den Arbeitstakt des Mitarbeiters.

Es ist die erste Mensch-Roboter-Kooperation im VolkswagenVolkswagen Konzern, die in der Endmontage zum Einsatz kommt. Diese Technologie hat das Ziel, die Arbeit in der Fertigung zu verbessern. Für Dr. Hubert Waltl, Audi-Produktionsvorstand, eröffnen Mensch-Roboter-Kooperationen ganz neue Möglichkeiten: "Die zunehmende Vernetzung von Mensch und Maschine wird die Fabrik der Zukunft prägen. Sie gibt uns die Chance, anstrengende Routine-Tätigkeiten zu automatisieren und ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze zu optimieren." Eine menschenleere FabrikFabrik werde es aber auch zukünftig nicht geben. "Der Mensch wird weiterhin die Entscheidung über die Fertigungsvorgänge treffen. Unsere Mitarbeiter sind damit heute wie morgen der Schlüssel für eine zukunftsfähige, erfolgreiche Produktion." Top-500-Firmenprofil für Volkswagen Top-Firmen der Branche Automobil

Dazu Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Audi AGAudi AG: "Wir sehen die Chancen, die die voranschreitende Vernetzung von Mensch und Maschine mit sich bringt. Entscheidend für uns ist, wie diese Entwicklung gestaltet wird. Zu begrüßen ist sie für uns dann, wenn sie weder Arbeitsplätze gefährdet, noch dazu führt, dass der Mensch von Maschinen entmündigt wird." Top-500-Firmenprofil für Audi AG

Mensch-Roboter-Kooperation bei Audi: Im Werk Ingolstadt arbeitet der Roboter PART4you (Produktions-Assistent reicht Teil) Hand in Hand mit dem Menschen – ohne Sicherheitsabsperrung und angepasst an den Arbeitstakt des Mitarbeiters.
Mensch-Roboter-Kooperation bei Audi: Im Werk Ingolstadt arbeitet der Roboter PART4you (Produktions-Assistent reicht Teil) Hand in Hand mit dem Menschen – ohne Sicherheitsabsperrung und angepasst an den Arbeitstakt des Mitarbeiters.
Foto: Audi

Für die Mitarbeiter der A4/A5/Q5-Montage im Ingolstädter Audi Werk bedeutet die neuartige, direkte Kooperation zwischen Mensch und Roboter eine Erleichterung: Bislang mussten sie sich in Materialboxen beugen, um die Kühlmittelausgleichsbehälter zu greifen. Ein auf den ersten Blick einfacher Arbeitsschritt, der bei häufiger Wiederholung jedoch schnell zu Rückenbeschwerden führen kann. Diesen Arbeitsumfang übernimmt von jetzt an der Roboter, intern als "PART4you" (Produktions Assistent reicht Teil) bezeichnet.

Er arbeitet mit den Audi-Mitarbeitern Hand in Hand und ist mit einer Kamera sowie einem integrierten Saugnapf ausgestattet. Damit holt er Bauteile direkt aus den Ladungsträgern und reicht sie dem Mitarbeiter - ohne Schutzabtrennung, zur richtigen Zeit und in einer ergonomisch optimalen Position. "In einer Produktion mit zunehmender Variantenvielfalt ist PART4you eine wichtige Unterstützung für den Mitarbeiter. Er wählt für ihn das korrekte Bauteil aus und hält es bereit. Somit sind weite Greifwege oder umständliches Bücken nicht mehr notwendig. Der Roboter wird zum Fertigungsassistenten, der sich dem Takt des Menschen anpasst - und nicht umgekehrt", sagt Johann Hegel, Leiter Technologieentwicklung Montagen.

"Dank einer weichen Schutzhaut mit integrierter Sicherheitssensorik besteht keine Gefahr für den Mitarbeiter", erklärt Hegel. Weil PART4you die speziellen Sicherheitsvorgaben für kooperierende Robotersysteme erfüllt, hat das intelligente System das entsprechende Zertifikat der Berufsgenossenschaft erhalten.

Mit einem baugleichen Roboter, der mit einer Klebedüse statt mit einem Saugnapf ausgestattet ist, arbeiten die Ingolstädter Audi-Mitarbeiter im A4-Karosseriebau bereits seit 2013 zusammen - jedoch taktungebunden und ohne Anreichen eines Materials. Dort unterstützt der Roboter den Mitarbeiter beim Auftragen von Klebenähten. Statt den Kleber selbst auf die Karosserieteile aufzutragen, muss der Mitarbeiter diese nur noch bereitlegen und den Vorgang starten.

Audi plant bereits weitere Einsatzmöglichkeiten von Mensch Roboter Kooperationen, auch an den internationalen Produktionsstandorten. (rs)

Links zum Artikel

Branche: Automobil

Top500-Firmenprofile: Audi AG und Volkswagen

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus