T-Systems hält sich Optionen offen

Neues Angebot für Herkules im April

24. Februar 2005
Von Thomas Zeller
In die Verhandlungen um die Privatisierung der Bundeswehr-IT kommt neue Bewegung. Das frühere TIS-Konsortium will nach dem Ausstieg von T-Systems innerhalb von sechs Wochen ein neues Angebot für das Projekt mit dem Namen Herkules vorlegen. "Ich erwarte bis zum 15. April eine entsprechende Offerte“, sagte die Berichterstatterin für Verteidigung im Haushaltsausschuss des Bundestages, Elke Leonhard zu CIO-Online.

Am 15. April soll das neue Angebot für die Privatisierung der Bundeswehr-IT vorliegen.

Die Chancen für das neue Angebot seien nicht schlecht, so die SPD-Politikerin, wenn die Ausschreibungsbedingungen eingehalten würden. "Das bedeutet beispielsweise eine Kostenbegrenzung auf 665 Millionen Euro jährlich, oder dass die rund 5.000 Mitarbeiter der Bundeswehr-IT in die neue Gesellschaft übernommen werden.“ Zudem käme ein optimiertes Eigenmodell auch nicht billiger, so Leonhard.

Elke Leonhard, Berichterstatterin für Verteidigung im Haushaltsausschuss des Bundestages, sieht gute Chancen für das neue Angebot für Herkules.
Elke Leonhard, Berichterstatterin für Verteidigung im Haushaltsausschuss des Bundestages, sieht gute Chancen für das neue Angebot für Herkules.

Bereits am Montag hatte T-Systems seinen Ausstieg aus der Bietergemeinschaft mit SBS und IBMIBM erklärt. Die Telekom-Tochter hatte bei den Verhandlungen der TIS-Gruppe immer wieder fehlende Strukturen kritisiert. Bis zuletzt habe es beispielsweise keinen Konsortialführer gegeben, hieß es aus Unternehmenskreisen. Alles zu IBM auf CIO.de

Nach dieser Entscheidung ließen die verbleibenden Mitglieder der Bietergemeinschaft am Montag verlauten: "IBM Deutschland GmbHIBM Deutschland GmbH und Siemens Business Services beabsichtigen, das Projekt Herkules fortzuführen und die bislang von T-Systems vertretenen Teile des Angebots mit zu übernehmen“. Auch das Bundesverteidigungsministerium sieht den weiteren Ablauf durch die strukturelle Veränderung des Konsortiums nicht wesentlich verändert. Top-500-Firmenprofil für IBM Deutschland GmbH

Der interne Zeitplan der Behörde sah eigentlich eine Prüfung des Angebots bis Ende März vor. Durch die erneute Verspätung bei der Abgabe des Angebotes dürfte sich dieser Termin bis Anfang Mai verschieben. Die endgültige Entscheidung über das Projekt würde dann nicht vor Oktober fallen.

Trotz des Ausstiegs aus dem TIS-Konsortium hält sich T-Systems zumindest noch einen Weg in das Herkules-Projekt offen. So könnte die Firma als Subunternehmen für den Bereich Netz tätig werden.