Vernetzte Technologien

Neues Licht macht schlau

09. Juli 2013
Von Thomas Kuhn
Jahrzehntelang brachten Lampen vor allem Helle ins Dunkel. Nun aber verschmelzen Beleuchtungs- und Informationstechnologie. Die letzte analoge Technologie wird digital - und verbringt so kleine Wunder.

Sie ist die unscheinbare Schwester der eleganten Golden Gate Bridge. Doch nun stellt die Bay Bridge in San Francisco ihre berühmte Schwester allnächtlich in den Schatten. Seit Anfang März verwandelt der US-Künstler Leo Villareal die Brücke in ein riesiges Lichtkunstwerk.

25.000 Leuchtdioden an den Tragseilen machen sie zum größten Schwarz-Weiß-Display der Welt: Jetzt erstrahlen darauf Bilder und Videos von fast drei Kilometer Breite und bis zu 150 Meter Höhe. Nicht nur die Größe des Spektakels beeindruckt. Ebenso faszinierend ist, wie wenig Energie es braucht. Nur 30 Dollar Stromkosten verursacht das Lichtspiel pro Nacht.

Nutzte Villareal stattdessen Glühbirnen, läge der nächtliche Stromverbrauch 40 Mal höher: 7000 Kilowattstunden, der Energiebedarf von vier Brauereizelten an einem Oktoberfestabend. "Mit klassischen Leuchten hätten wir das Projekt weder finanzieren noch technisch realisieren können", sagte Villareal beim Start des Events.

Vom Nischenprodukt zum Allrounder

Kompakt, ausdauernd und extrem Strom sparend - damit haben die Lichtchips immer mehr Einsatzfelder erobert, von der Displaybeleuchtung im Handy bis zum markanten Tagesfahrlicht am Auto. Im Kern aber blieben LEDs Nischenprodukte. Als universelle Lichtquelle waren sie noch nicht leuchtstark genug - oder viel zu teuer.

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