"Herr Mustermann" löst den Duz-Freund ab

Newsletter-Ansprache wird formeller

24. August 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets kommt auch die Etikette: Redete sich noch vor zehn Jahren das technik-affine Grüppchen stolzer Modem-Inhaber selbstverständlich mit "Hallo" an, werden mittlerweile auch Herr und Frau User "sehr geehrt". Das gilt zumindest für Unternehmen: Mehr als jeder Dritte, der seinen Kunden oder Geschäftspartnern E-Mails schickt, verwendet dabei formelle Anreden. Das berichtet der Dienstleister Marketing-Börse in einer Umfrage.
Die formelle Anrede liegt vorn.
Die formelle Anrede liegt vorn.

Demnach gelten für viele Unternehmen in digitalen Mailings mittlerweile die gleichen Standards wie in normalen Briefen, das heißt, der Empfänger wird mit Frau/Herr XY angesprochen. 18 Prozent wünschen dem Adressaten dabei einen "Guten Tag".

Zu plumpen Vertraulichkeiten neigt laut der Umfrage nur noch eine Minderheit: Sieben Prozent schreiben an den "lieben Herrn XY", weitere sieben Prozent schicken ein "Hallo Herr XY" los. Das lockere "Hallo Max" schicken gerade einmal zwei Prozent durchs Netz.

Ein Zehntel der Absender entscheidet sich für eine Anrede ohne Namen - die Autoren der Studie vermuten, dass damit schlicht und einfach der peinliche Fehler vermieden werden soll, dem Empfänger das falsche Geschlecht zuzuordnen.

Marketing-Börse hat für die Studie knapp fünfhundert Versender von E-Mailings und Newslettern befragt.