Schlechte Datenlage als Mitverursacher falscher Entscheidungen

Nicht einmal jede zehnte Führungskraft bekommt wichtige Informationen pünktlich

19. November 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Sechs von zehn Manager bezeichnen die Entscheidungsfindungen in ihrem Unternehmen als mäßig bis schlecht, in großen Unternehmen sind es sogar sieben von zehn. Als eine der wesentlichen Ursachen gilt das schlechte Daten-Management. So hat nicht einmal jede zehnte Führungskraft Informationen sofort parat, wenn sie gebraucht werden. Das geht aus einer Studie der Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Business Objects hervor.
Daten gelten als wichtigste Grundlage für strategische Entscheidungen - die persönliche Intuition ist aber auch nicht zu unterschätzen.
Daten gelten als wichtigste Grundlage für strategische Entscheidungen - die persönliche Intuition ist aber auch nicht zu unterschätzen.

Die Analysten betrachten fünf Faktoren als Grundlage guter Entscheidungsfindungen. Dazu zählen zunächst einmal die Daten selbst und ihre Bereitstellung für die Mitarbeiter, die für den Umgang damit geschult sein müssen. Die EIU nimmt dann aber auch den Menschen ins Visier: Erst der Mix aus Datenlage und Intuition führe zu guten Entscheidungen. Faktor vier und fünf sind Vertrauen und genug Flexibilität, um ständig sich ändernden Bedingungen gerecht zu werden.

Offenbar beginnen die Schwierigkeiten schon bei Punkt Eins: 56 Prozent der Befragten geben an, sich häufig wegen fehlerhafter oder unvollständiger Daten und daraus resultierender Fehlentscheidungen Sorgen zu machen. 46 Prozent schildern sich gar als Ertrinkende in einer Flut an Daten.

Dennoch: Perfekte Daten allein sind auch zu wenig. Zwar sehen 42 Prozent der Befragten den Punkt Daten als Priorität Nummer Eins für strategische Entscheidungen, doch die persönliche Intuition darf mit 21 Prozent der Nennungen nicht unterbewertet werden. Sie erreicht immerhin fast zehn Prozent mehr Stimmen als die Meinung externer Berater (zwölf Prozent).

Entscheidungsfindung meist ohne ausgefeilte Strukturen

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: In mehr als jedem zweiten Unternehmen (55 Prozent) läuft die Entscheidungsfindung informell und unstrukturiert ab. Meist werden andere Manager ad hoc befragt. Dass das ein Problem sein könnte, haben die wenigsten im Visier: Nur 29 Prozent der Befragten nennen schlechte Entscheidungsfindungs-Strukturen als Grund für Fehlurteile. Die Autoren der Studie lassen durchblicken, dass sie hier Verbesserungsbedarf sehen.