IT-Strategien der M-DAX-Unternehmen: MLP

Nichts als Standards

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP (Marschollek, Lautenschläger und Partner) bietet als Makler integrierte Finanzdienstleistungen vor allem für Akademiker an. CIO Carsten Stockmann setzt auf Standards, Outsourcing und Dezentralisierung.
Carsten Stockmann, CIO von MLP, setzt auf Standards - aber nur, wenn es nicht ums Kerngeschäft geht.
Carsten Stockmann, CIO von MLP, setzt auf Standards - aber nur, wenn es nicht ums Kerngeschäft geht.

Carsten Stockmann schiebt bei der erst 1997 gegründeten MLP Bank keine IT-Altlasten vor sich her. Und dass sie gar nicht erst entstehen: Darauf achtet der Bankvorstand und Geschäftsführer der IT-Tochter MLP Login GmbH in Personalunion in den anderen Bereichen des Konzerns peinlichst genau, nämlich in der Finanzdienstleistung (Vertrieb), der Lebens- und der Sachversicherung.

„Standards, Standards, Standards“ lautet das Credo des 35-Jährigen. „Wir müssen nicht das Rad noch einmal neu erfinden. Für die Finanzbuchhaltung nutzen wir natürlich SAPSAP.“ Nur wenn es keine geeigneten Anwendungen auf dem Markt zu kaufen gibt, lässt Stockmann selbst entwickeln – und bei Programmen, mit denen sich das Unternehmen vom Wettbewerb differenzieren muss, wie etwa dem MLP Financepilot, dem Online Finanz-Angebot von MLP. Die Rahmenbedingungen: 50 bis 80 Millionen Euro jährlich und 160 Mitarbeiter stehen dem CIO zur Verfügung. Alles zu SAP auf CIO.de

Standards sind natürlich auch die Voraussetzung für das OutsourcingOutsourcing, das MLP intensiv betreibt. Fast jeder zweite Euro des IT-Budgets geht an externe Dienstleister. „Ohne Standards wäre ein Anbieterwechsel viel schwieriger. Man darf sich nicht in Abhängigkeiten begeben“, sagt Stockmann. HPHP betreibt einen Großteil der Rechenzentren für die Heidelberger, dazu das Desktop-Management und den Helpdesk. Die strategischen Banksysteme werden seit 2002 von der Fiducia sowie der dwp-Bank betrieben. „Das können die besser“, sagt Stockmann. Man dürfe nur nicht den Fehler machen, eigene Bereiche wieder aufzubauen, die sich tief in die technische Arbeit des Dienstleisters einmischen. „Deswegen haben wir Preismodelle bei denen die Kosten nach Geschäftsprozessen berechnet werden, wie etwa der Zahl der Konten oder der E-Mail-Accounts“, erklärt der CIO. „Über Technologien müssen wir nicht diskutieren.“ Alles zu HP auf CIO.de Alles zu Outsourcing auf CIO.de