Vertrauensverlust

NSA-Abhörskandal belastet Cisco

14. November 2013
Ohne die Netzwerk-Technik von Cisco Systems liefe im Internet kaum etwas. Zuletzt verdüsterten sich aber die Aussichten. Manche Kunden misstrauen dem US-Konzern seit dem Auffliegen der NSA-Spitzeleien.

Die Verkäufe des weltgrößten Netzwerk-Ausrüsters Cisco Systems in den wichtigen Schwellenländern flauen ab und bremsen das Wachstum des Konzerns. Ein Grund dafür sind auch die Enthüllungen über die Spitzeleien des US-Geheimdiensts NSA. Insbesondere die chinesischen Kunden misstrauen der US-Technik von Cisco.

"Es hatte einen Einfluss in China", räumte Cisco-Chef John Chambers am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein. "Ich denke, wir sind uns alle darüber im Klaren." In China sitzen mit Huawei oder ZTE überdies starke Rivalen. Deren Netzwerk-Technik ist wiederum in den USA verpönt wegen Sicherheitsbedenken.

Auf die gesamten Geschäfte in den Schwellenländern hätten die NSA-Enthüllungen allerdings nur einen "relativ geringen" Einfluss gehabt, schränkte Chambers ein. Seiner Meinung nach liegt der Hauptgrund für die abgeflauten Verkäufe in der Region in schlechteren wirtschaftlichen Aussichten. Die Kunden seien verunsichert und hätten Bestellungen auf Eis gelegt.

"Die letzten zwei Wochen des vergangenen Quartals waren wirklich hart", sagte Chambers. In Ländern wie Brasilien, Russland, Mexiko, Indien und China habe man sicher geglaube Aufträge nicht gewinnen können. Chambers rechnet mit anhaltenden Schwierigkeiten.

Entsprechend trübe fiel die Prognose für das laufende Quartal aus: Der Konzern geht von einem Umsatzrückgang von 8 bis 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Das war ein Schock für die Anleger: Am Donnerstag fiel die Aktie vorbörslich um mehr als 12 Prozent.

Schon im abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal (bis Ende Oktober) hatte Cisco schlechter abgeschnitten als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um vergleichsweise magere 2 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar (9,0 Mrd Euro). Der Gewinn fiel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar.

Cisco hatte bereits vor drei Monaten angekündigt, 4000 Stellen und damit 5 Prozent aller Arbeitsplätze zu streichen. Chambers hatte den Schritt mit einer langsamen wirtschaftlichen Erholung begründet.

Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik der Kalifornier steckt in den meisten Firmen-Netzwerken und sorgt dafür, dass das Internet läuft. Der Konzern profitiert von der wachsenden Bedeutung von Cloud-Diensten, also der Auslagerung von Daten und Programmen auf große Rechner im Internet. (dpa/rs)

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