Bitkom

NSA-Affäre dämpft Nachfrage nach Cloud-Diensten

31. Januar 2014
Das Ausmaß der NSA-Affäre hat viele Unternehmen nachhaltig dabei verunsichert, auf moderne Cloud-Systeme zu setzen. Dennoch sei der Trend ungebrochen, betont der Branchenverband Bitkom. Die positive Seite: Datenschutz und Datensicherheit geraten für alle in den Fokus.

Das Interesse an Cloud-Diensten in Deutschland hat als Folge der NSA-Spähaffäre einen deutlichen Dämpfer erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung in Unternehmen nur noch um drei Prozentpunkte angestiegen, teilte der Branchenverband Bitkom am Donnerstag mit. Ein Jahr zuvor legte die Nutzung noch um 9 Prozentpunkte zu. Einer repräsentativen Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG zufolge nutzen derzeit 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud-Computing-Angebote.

"Der Trend zum Cloud ComputingCloud Computing ist ungebrochen, aber die NSA-Affäre hat dem Wachstum einem Dämpfer versetzt", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. "Die Spähaffäre hat deutliche Spuren hinterlassen." 31 Prozent der befragten Unternehmen hätten die Sicherheit ihrer Systeme deutlich erhöht. 13 Prozent hätten konkret geplante Cloud-Projekte vorerst zurückgestellt, elf Prozent bestehende Cloud-Projekte sogar aufgegeben. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Beim Cloud Computing werden Infrastruktur, IT-Anwendungen und Speicherplatz über das Netz ("die Cloud") bedarfsgerecht bereitgestellt und nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet. Die Befürworter des Cloud-Konzepts versprechen mehr Flexibilität, nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit und niedrigere Kosten. Kritiker des Cloud-Konzeptes bemängeln vor allem Probleme beim DatenschutzDatenschutz. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Je größer das Unternehmen, umso wahrscheinlicher würden Cloud-Dienste zum Einsatz kommen, sagte Kempf. Der Verband fasst in der Studie dabei Cloud-Angebote externer Anbieter und den Einsatz von sogenannten privaten Clouds, die die Unternehmen selbst vorhalten, zusammen. Im vergangenen Jahr haben demnach 36 Prozent der Unternehmen ab einer Größe von 20 Mitarbeitern eine private Cloud genutzt, 15 Prozent griffen auf externe Angebote der public Cloud zurück. Ein Jahr zuvor nutzen die private Cloud noch 34 Prozent, öffentliche Cloud-Angebote 10 Prozent der befragten Unternehmen.

Die größten Bedenken hätten Unternehmen dabei mit 77 Prozent, dass unerlaubt auf sensible Daten zugegriffen werden könne. Die Furcht vor Datenverlust rangiere mit 45 Prozent der Angaben an zweiter Stelle. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die unklare Rechtslage bei der Nutzung von Cloud-Angeboten zurückhalte. Dass die Nachrichten über Ausspähaktivitäten internationaler Geheimdienste die Haltung des eigenen Unternehmens gegenüber öffentlichen Cloud-Angeboten verändert haben, bejahen 49 Prozent der Befragten, Konsequenzen gegenüber privaten Cloud-Diensten stellen 44 Prozent der Befragten fest.

Als einen positiven Trend konstatiert Bruno Wallraf von KPMG allerdings, dass die Enthüllungen des Whistleblower Edward Snowden die Themen Datenschutz und Datensicherheit deutlich ins Bewusstsein der Unternehmen gerückt haben. "Alle müssen sich jetzt mit dem Thema beschäftigen." (dpa/rs)

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