Spionagegefahr noch nicht gebannt

NSA hat Snowden-Lücken noch nicht geschlossen

12. Februar 2014
Die NSA ist berüchtigt für ihre Überwachungsprogramme – doch der mächtige US-Geheimdienst weiß immer noch nicht, welche Dokumente Edward Snowden mitgenommen hat. Und auch gegen ähnliche Aktionen möglicher künftiger Informanten ist die NSA nicht gewappnet.

Die NSA hat die Sicherheitslücken, durch die Edward Snowden unbemerkt zahllose Dokumente kopieren konnte, immer noch nicht geschlossen. Das räumte Geheimdienstdirektor James Clapper bei einer Anhörung im US-Kongress ein. "Wir werden den Einsatz von Überwachungssoftware vorantreiben, um Gefahren durch Insider besser erkennen zu können", sagte er. Der Geheimdienst wolle stärker kontrollieren, welche Mitarbeiter welche Dokumente ansehen. Das System sei allerdings noch nicht vollständig einsatzbereit. "Es gibt keine Mausefalle, um sicherzustellen, dass es nie wieder einen weiteren Edward Snowden geben wird."

Die NSA tappt immer noch im Dunkeln, welche Unterlagen Snowden kopiert und mitgenommen hat. Snowden habe gewusst, wie er sich unauffällig durch die Computersysteme des Nachrichtendienstes bewegen konnte. "Er wusste genau, was er tut", sagte Clapper. "Er ist gekonnt unter dem Radar geblieben." Die Zahl von 1,7 Millionen Dokumenten, die zuvor die Runde machte, sei eine Schätzung. "Wir wissen nicht wirklich, was er mitgenommen hat und was er seinen Komplizen zur Verfügung gestellt hat."

Fehlende Sicherheitsvorkehrungen in der NSA-Außenstelle

Snowden rechtfertigte sein Vorgehen. "Nicht die Enthüllung von Fehlverhalten ist für den anschließenden Ärger verantwortlich, sondern das Fehlverhalten selbst", schrieb er an die Wochenzeitung "Die Zeit". In einer Demokratie müssten Bürger mitentscheiden dürfen. "Die Menschen können Programmen und einer Politik, zu denen sie nie befragt wurden, gar nicht zustimmen."

Snowden arbeitete über eine Vertragsfirma bei der NSA. Dass er in großem Stil Dokumente kopieren konnte, habe auch an fehlenden Sicherheitsvorkehrungen in seiner Außenstelle in Hawaii gelegen. "Wäre er in Fort Meade gewesen, dem NSA-Hauptquartier, wäre er wahrscheinlich eine ganze Zeit vorher aufgefallen", sagte Clapper. (dpa/tö)

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