Erfahrungen Münchens schrecken ab

Nürnberg spricht sich gegen Linux aus

26. Mai 2004
Von Thomas Zeller
Die Stadt Nürnberg hat sich vorerst gegen den Einsatz von Open-Source-Software entschieden. "Der Umstieg auf Linux kostet die Verwaltung rund 4,5 Millionen Euro mehr als Wechsel auf Windows XP", sagt Pressesprecher Andreas Leitgeber CIO-Online. Zudem sei die Kommune durch die schlechten Erfahrungen der Stadt München bei der Umstellung auf Open-Source-Software irritiert.

Die Umstellung auf Linux würde Nürnberg etwa 17,8 Millionen Euro kosten, so Leitgeber. Bei der Einführung von Windows XP und Office XP müssten dagegen etwa 13,3 Millionen Euro gezahlt werden. Die beiden größten Hindernisse, die derzeit noch gegen Open SourceOpen Source auf den Endgeräten sprechen, sind nach internen Analysen des zuständigen Fachausschusses die Migration von Software und Schulungen. Alles zu Open Source auf CIO.de

Nürnberg findet Linux-Nutzung zu teuer.
Nürnberg findet Linux-Nutzung zu teuer.

So sieht sich die Stadt München aktuell der Schwierigkeit gegenüber, dass viele Fachanwendungen nur unter dem Microsoft-Betriebssystem laufen. Bei vielen Anbietern sei noch nicht klar, ob und wann sie ihre Produkte auf Linux umstellten. Neben technischen Problemen gäbe es bei der geplanten Umstellung von fast 14.200 Rechnern der Stadt München aber auch "Widerstände in den eigenen Reihen", und es stünden nicht genügend Finanzmittel zur Verfügung, so ein interner Bericht.

Die Stadtverwaltung sieht zu Microsoft-Angeboten nur wenig Alternativen.
Die Stadtverwaltung sieht zu Microsoft-Angeboten nur wenig Alternativen.

Eine Ausnahme in dieser Strategie findet sich im Server-Bereich. Hier spricht sich die Stadtverwaltung künftig für Linux aus. Allerdings sollen aufgrund der vorhandenen Strukturen auf mittlere und längere Sicht Unix, MicrosoftMicrosoft Windows und Linux nebeneinander arbeiten. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Auch Microsoft hat nach den jüngsten Entscheidungen keinen richtigen Grund zur Freude: Nürnberg wird den Upgrade-Advantage-Vertrag zum 31. Mai auslaufen lassen. Eine Verlängerung ist nicht geplant. Vielmehr wird die Software-Ausstattung auf die Versionen Windows 2000 Professional mit MS Office 2000 festgeschrieben. Microsoft gewährleistet für MS Office 2000 bis 30.06.2006 und für Windows 2000 Professional bis 31.05.2007 kostenlose SecuritySecurity Updates. Dadurch sieht die Kommune den Software-Einsatz auf der heutigen Basis bis 2007 gesichert. Alles zu Security auf CIO.de

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