Die IT-Strategie von Henkel

Nur noch 3 statt 120 Lieferanten

09. November 2010
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Mit derben Einschnitten bei der Lieferantenzahl setzt Corporate CIO Peter Wroblowski seine IT-Strategie bei Henkel durch. Planung, Timing und Glück spielen für den Erfolg eine wichtige Rolle.
Peter Wroblowski Konzern-CIO, Henkel AG & Co. KGaA: "Wir haben die Aufwände, wir tragen das Risiko – das machen wir nicht, wenn sich dabei nicht ein deutlicher Betrag einsparen lässt."
Peter Wroblowski Konzern-CIO, Henkel AG & Co. KGaA: "Wir haben die Aufwände, wir tragen das Risiko – das machen wir nicht, wenn sich dabei nicht ein deutlicher Betrag einsparen lässt."
Foto: Henkel AG & Co. KGaA

Herbst 2008. Eine der heftigsten Finanz- und Wirtschaftskrisen weltweit zeichnet sich ab. Seit fast zwei Jahren ist Peter Wroblowski jetzt Corporate CIO des Düsseldorfer Konzerns Henkel. Das Familienunternehmen kann sich noch gut gegen die bereits schwieriger werdenden Märkte behaupten. Henkel wird das Jahr 2008 mit einem Umsatz von 14 Milliarden Euro abschließen - das ist ein Plus von acht Prozent. Noch vor Ende des Jahres fällt die Entscheidung für ein wichtiges IT-Projekt: Die inzwischen unüberschaubare Zahl der Lieferanten muss deutlich sinken.

Das Jahr 2009 fängt nicht gut an. Henkel schlittert mit dem Rest der Wirtschaft in die Krise. Schon im Januar lädt der Konzern-CIO ein gutes Dutzend Vertreter der IT-Branche zu sich ein. Nach sorgfältigen internen Vorbereitungen steht jetzt die konkrete Umsetzung mit den Partnern an. Es geht um große Summen. Die Hälfte des jährlichen IT-Service-Budgets von Henkel steht zur Ausschreibung - die Hälfte, das sind damals 100 Millionen Euro jährlich. "Man muss Mut haben zu solchen Entscheidungen", wird Wroblowski später als wichtigsten Ratschlag an die CIO-Gemeinde weitergeben. Selbstverständlich birgt so eine Aktion Risiken. Und die Bedenkenträger ließen auch damals nicht auf sich warten.

Doch der CIO, der auf 25 Berufsjahre in der IT zurückblickt, macht unbeirrt weiter. Er weiß, dass am Schluss alle von den Resultaten profitieren werden. Und dafür bringt er den Mut auf und unterstützt alle Beteiligten, wo immer es nötig ist. "Das hat auch viel mit persönlichem Bekenntnis zu tun", sagt Wroblowski. Skeptikern macht er klar, dass auch er persönlich an dem Erfolg gemessen werden wird. "Erklären ist die eine Hälfte des Erfolgsrezepts, Zuhören die andere." Ob es aufgeht, wird sich zeigen.

Bei Henkel bewegt sich das IT-Gesamtbudget in einer Höhe von 250 Millionen Euro. Davon fließen rund 80 Prozent an externe Lieferanten. Infrastruktur-Services, Beratung, TK, Anwendungsbetreuung - es gibt kaum etwas, das Henkel nicht einkauft. Das gehört zur IT-Strategie. Und für diese formuliert der Konzern-CIO zwei Ziele: "Erstens: Wir wollen die Geschäftsprozesse von Henkel optimal unterstützen, und zweitens: zu möglichst geringen Kosten", sagt Wroblowski. "Und zwar in dieser Reihenfolge."

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