Behörden lockt die Aussicht auf Einsparungen

Nutzen und Kosten einer Open-Source-Migration

16. November 2004
Von Detlef Scholz
Immer mehr öffentliche Verwaltungen und Behörden erwägen eine Migration ihrer IT auf Open Source Software (OSS). Die möglichen Kosteneinsparungen sind in Zeiten knapper Kassen verlockend. Das britische Office of Government Commerce (OGC) hat in einer Studie Migrationsprojekte in europäischen Organisationen der öffentlichen Hand analysiert.

Die zunehmende Verfügbarkeit von offenen Software-Standards bei Infrastruktur-Support, Desktopanwendungen und Geschäftsapplikationen führt zu sinkenden Preisen. Das verleitet besonders öffentliche Verwaltungen und Behörden zum Nachdenken über eine OSS-Migration. Die angebotenen Lösungen für IT-Architektur, Softwareentwicklung und IT-Lifecycle-Management bergen beachtliche Einsparpotenziale. Doch auch die Kosten sollten genau analysiert werden.

Durch Migration auf Open Source Software erhoffen sich viele Verwaltungen wie die von München Einsparungen.
Durch Migration auf Open Source Software erhoffen sich viele Verwaltungen wie die von München Einsparungen.

Mit der Distribution von Open SourceOpen Source Software sind typischerweise Support-Gebühren verbunden. Zudem kommen noch Kosten für die Schulung des Personals und der Aufwand für die Integration existierender Dateien, Applikationen und anderer Software hinzu. Kostenvorteile sind neben den eingesparten Lizenzgebühren verkürzte Hardware-Zyklen, verbesserter Ausfallschutz und höhere Datensicherheit. Zudem können OSS-User von einer stabileren und leichter zu modifizierenden Software-Plattform und einem verringerten Verwaltungsaufwand profitieren. Die Hardware-Plattform gewinnt an Skalierbarkeit. Alles zu Open Source auf CIO.de

OSS-Produkte für Server ausgereift

Zurzeit gibt es laut der Studie drei Einsatzbereiche für OSS-Implementierungen: auf Server, im Desktopbereich und bei den Geschäftsapplikationen. Ihr jeweiliger Ausreifungsgrad ist allerdings unterschiedlich:

Münchens Verwaltung wird vielleicht in Zukunft mit Linux arbeiten. Derzeit liegt das Projekt aber auf Eis.
Münchens Verwaltung wird vielleicht in Zukunft mit Linux arbeiten. Derzeit liegt das Projekt aber auf Eis.

Es gibt keine zwei identischen OSS-Implementierungen, denn jede Verwaltung ist unterschiedlich. Folglich variiert die Kosten-Nutzen-Situation je nach betrachteter behördlicher Organisation. Der relativ kurze Beobachtungszeitraum der Studie und die Geheimhaltung finanzieller Einzelheiten seitens vieler Behörden haben die Autoren von einer generellen quantifizierten Schlussfolgerung abgehalten. Der Vergleich der TCOs (total costs of ownership) von offener und proprietärer Software kann daher nicht endgültig ausfallen. Zudem ist es schwierig, den Migrations-Nutzen, der in Bereichen wie der Systemarchitektur entsteht, in Zahlen zu fassen. Öffentliche Organisationen sollten in jedem Fall Kosten und Nutzen einer Migration über den gesamten Nutzungszeitraum ("full lifecycle") kalkulieren.

Die Studie kommt zu folgenden Schlussfolgerungen:

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