Anti-Terror-Gesetze bescheren Wachstum

Öffentliche Aufträge treiben Biometriemarkt

28. Juni 2004
Von Detlef Scholz
Die Biometrie-Industrie wird in den nächsten Jahren ein starkes Umsatzwachstum verzeichnen. Vor allem Techniken für die Fingerabdruck- und Gesichtserkennung sollen von diesem Trend profitieren. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens Soreon hervor.

Es sind besonders die Anti-Terror-Gesetze, die das Wachstum der biometrischen IndustrieIndustrie ankurbeln. Bis 2009 sorgten Großaufträge des Bundes für ein Marktvolumen von 370 Millionen Euro, so die Analysten. Heute beträgt der Umsatz etwa zwölf Millionen Euro. Die Anwendungen bezüglich Fingerabdruck und Gesicht werden zusammen 90 Prozent aller biometrischen Verfahren ausmachen. Der Rest verteilt sich auf Iris-, Stimm- und dynamische Unterschriftenerkennung. Top-Firmen der Branche Industrie

Das Staatsprojekt "Civil-ID" sieht vor, dass Reisepässe und Visa mit einem Chip ausgestattet werden, der die biometrischen Merkmale speichert. Damit geht die Ausstattung von Meldestellen, Auslandsvertretungen und Grenzübergängen einher. Im Jahr 2009 soll das Staatssegment einen Anteil von 45 Prozent (169 Millionen Euro) des Gesamtmarktes aufweisen.

Die Biometriehersteller profitieren demnächst von Großaufträgen des Bundes.
Die Biometriehersteller profitieren demnächst von Großaufträgen des Bundes.

Der privatwirtschaftliche Bereich werde 2009 insgesamt Erlöse von 208 Millionen Euro einbringen. Die größten Anteile daran haben mit 61 Millionen Euro das Transportwesen und der Finanzsektor mit 46 Millionen Euro. Unternehmen aus Handel und Dienstleistung tragen mit knapp 44 Millionen Euro Umsatz zum Boom der Biometriehersteller bei.

Biometrische Zutrittskontrollen haben bis 2009 laut Soreon einen Marktanteil von 31 Prozent. Das ist nach "Civil-ID" mit 117 Millionen Euro Rang Zwei. Auf 48 Millionen Euro beziffern die Marktforscher die Umsätze für biometrisch gesicherte IT-Zugänge, die Datensicherheit kommt auf 38 Millionen Euro.

Biometrische Zahlungsanwendungen werden sich bis 2009 hingegen jedoch nicht durchsetzen. Obwohl sich die Umsätze in dieser Anwendung verzehnfachen werden, reicht das nur zu einem Anteil von einem Prozent am Gesamtmarkt. Erst wenn die BankenBanken darauf umstellten, werde sich das ändern, sagt Soreon. Top-Firmen der Branche Banken

Für die Marktprognose wertete das Institut unter anderem Preis- und Marktangaben von rund 20 befragten Entwicklern, Lösungsanbietern und Integratoren von biometrischen Technologien aus. Zudem wurden Ergebnisse aus über 40 Gesprächen mit potenziellen Anwenderunternehmen, Behörden und Experten aus DatenschutzDatenschutz und Politik berücksichtigt. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

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