Europäische Behörden mit hohem Online-Umsetzungsgrad

Österreicher liegen beim E-Government vorn

10. Juli 2006
Von Tanja Wolff
Das am weitesten entwickelte Land beim E-Government ist Österreich, gefolgt von Malta und Estland. In den anderen EU-Staaten sowie Island, Norwegen und der Schweiz erreichen die grundlegenden Dienstleistungsangebote der Behörden im Internet mittlerweile durchschnittlich 75 Prozent des maximalen Online-Umsetzungsgrades. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini.
Österreich, Malta und Estland sind ungeschlagen beim E-Government.
Österreich, Malta und Estland sind ungeschlagen beim E-Government.

Laut der Untersuchung ist der Online-Umsetzungsgrad seit 2004 um zehn Prozent gestiegen. Die europäischen Ämter haben jetzt die Stufe der so genannten Zwei-Wege-Interaktion erreicht. Das bedeutet, dass der Datenaustausch zwischen Behörden und Wirtschaft beziehungsweise Bürgern möglich ist.

Im Mittelfeld gefangen: Die deutschen Ämter haben zwar ihre Online-Fähigkeit verbessert, sind aber im EU-Ländervergeleich um einen Platz zurückgefallen.
Im Mittelfeld gefangen: Die deutschen Ämter haben zwar ihre Online-Fähigkeit verbessert, sind aber im EU-Ländervergeleich um einen Platz zurückgefallen.

Auch die deutschen Behörden haben ihre Online-Fähigkeit im Vergleich zu 2004 um acht Prozentpunkte verbessert. Sie sind aber im Ländervergleich erneut um einen Platz (Platz 19) zurückgefallen. Die Werte von 74 Prozent Umsetzungsgrad und 47 Prozent vollständig online-verfügbarer Dienste entsprechen zwar dem EU-Durchschnitt, reichen aber nur für eine Positionierung im Mittelfeld.

"Trotz viel versprechender Ansätze tritt E-Government in Deutschland mittlerweile auf der Stelle", sagt Tom Gensicke, Leiter Public Services bei Capgemini. Weitere Fortschritte würden unter anderem organisatorische Veränderungen in den behördeninternen als auch behördenübergreifenden Prozessen erfordern.

Der Studie zufolge sieht die Politik E-Government in Deutschland vorwiegend als Kosten- und nicht als Wirtschaftsfaktor an. Das hat zur Folge, dass das Thema oft nur mit geringer Priorität vorangetrieben wird. So verfügt die Initiative "Deutschland Online", die nationale Initiativen zwischen Bund, Ländern und Kommunen bündeln soll, weder über finanzielle noch über personelle Ressourcen.