E-Business-Datenstandard

Offene Netze knüpfen

07. Oktober 2002
Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Die Dokumentensprache XML vereinfacht den elektronischen Geschäftsverkehr wesentlich. Wenn Sicherheitsaspekte ausreichend berücksichtigt werden, dürfte sich ihre ohnehin starke Verbreitung noch weiter beschleunigen.
Thomas Bröll, IT-Leiter Bardusch „Mit EDI hätte unser Projekt wesentlich länger gedauert als die drei Monate mit XML.
Thomas Bröll, IT-Leiter Bardusch „Mit EDI hätte unser Projekt wesentlich länger gedauert als die drei Monate mit XML.

"Als wir Anfang 2000 begannen, hatten wir wenig Ahnung von XML", gesteht Thomas Bröll, Leiter des Zentralbereichs Informationstechnik bei Bardusch, Anbieter von Miettextilien und Arbeitsschutzausrüstungen aus Ettlingen. Anlass, sich mit der Extensible Markup Language (XML) vertraut zu machen, war die Aufforderung des Siemens-Konzerns, sich an dessen Beschaffungsmarktplatz "Click2procure" zu beteiligen. Voraussetzung: eine Integrationsplattform für den Transfer von Katalogdaten zum Marktplatz, für Bestellungen und für den Abgleich mit der Bardusch-Warenwirtschaft.

Elektronische Marktplätze haben die Eigenheit, dass verschiedene Daten miteinander harmonisiert werden müssen, damit die Geschäfte laufen. XML ist in der Lage, Daten - bei Bardusch kommen sie aus einem SAP-System - so zu beschreiben, dass sie für fremde Programme nutzbar werden (siehe Kasten). Diese Aufgabe erledigt eine zwischengeschaltete Middleware, bei Bardusch der Business Integration Server der Firma Seeburger. Den Bestellern, deren Systeme ebenfalls über XML-Schnittstellen laufen, stehen so auf dem Siemens-Marktplatz sämtliche Katalogdaten zur Verfügung. Bestellungen fließen auf dem Rückweg direkt in die Bardusch-Warenwirtschaft ein.

Mit XML lassen sich also offene NetzwerkeNetzwerke aus Lieferanten und Kunden knüpfen. Datentransfers über das herkömmliche EDI (Electronic Data Interchange) -Format sind dagegen nur zwischen Partnern möglich, die ihre Systeme passgenau aufeinander abgestimmt haben. Bröll räumt ein, dass der Bardusch-Katalog wohl auch so auf dem Siemens-Marktplatz gelandet wäre. "Aber mit EDI hätte unser Projekt wesentlich länger gedauert als die drei Monate mit XML." Konsequenz: Auch Bardusch-interne Datentransfers laufen künftig via XML. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Tauglich auch im internen Datenverkehr

Petra Finke, Leiterin IT-Service Rhenus „Wir sagen unseren Kunden ganz klar: Wenn ihr XML könnt, wird es billiger für euch.
Petra Finke, Leiterin IT-Service Rhenus „Wir sagen unseren Kunden ganz klar: Wenn ihr XML könnt, wird es billiger für euch.

Bei Rhenus ist das bereits der Fall - mit Folgen für die Kunden: "Wir sagen ganz klar: Wenn ihr XML könnt, wird es billiger für euch", so Petra Finke, Leiterin des Service-Centers IT beim Logistikdienstleister aus Holzwickede bei Dortmund. Die Business-Networking-Plattform von Rhenus verbindet alle Marktteilnehmer entlang der Lieferkette miteinander.

Nach Ansicht von Rainer Glaap, XML-Produktmanager bei der Darmstädter Software AG, hat XML auch deshalb Zukunft, weil die Nutzung nicht auf das Internet beschränkt ist: "Fernsehanstalten zum Beispiel können mithilfe von XML dieselben Inhalte auf einen Teleprompter, im Videotext, übers Internet oder auf einem Mobiltelefon ausgeben", erklärt er. Hier Kompetenz aufzubauen ist für ihn demnach "eine sichere Investition, weil Inhalte mehrfach verwendbar werden".