Qualitätsunterschiede bei Providern werden sichtbar

Offshoring in Indien: Die Spreu trennt sich vom Weizen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Indische Top-Dienstleister können die Produktivität ihrer Kunden um bis zu zehn Prozent steigern. Dennoch ist nicht immer alles sonnig auf dem Subkontinent: Die Provider schätzen die Prioritäten ihrer Kunden häufig falsch ein. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von McKinsey und der indischen National Association of Software and Service Companies (Nasscom) hervor.
Die Einschätzungen von Kunde und Provider über Sinn und Zweck des Offshoring gehen zunehmend auseinander.
Die Einschätzungen von Kunde und Provider über Sinn und Zweck des Offshoring gehen zunehmend auseinander.

Mit 46 Prozent Anteil am weltweiten Business-Process-Offhoring-Markt wird sich Indien, so die Einschätzung der Analysten, noch eine ganze Zeit lang als dominierende Größe halten. Nichtsdestoweniger zeichnen sich strukturelle Veränderungen ab: Der Konkurrenzdruck steigt, die Fachkräfte wollen mehr Geld, und die Kunden verlangen mehr Leistung. Folge: Unter den Dienstleistern auf dem Subkontinent differenzieren sich erhebliche Unterschiede heraus.

Demnach zahlen die führenden Outsourcing-Provider ihren Mitarbeitern bis zu 20 Prozent weniger GehaltGehalt als durchschnittlich, entsprechend höher sind die Margen. Gleichzeitig schaffen sie es, die Produktivität ihrer Kunden um acht bis zehn Prozent zu steigern, während diese Rate im Schnitt bei zwei bis drei Prozent liegt. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Dabei haben die Analysten festgestellt, dass bei den Vorzeige-Providern nicht alles mustergültig läuft: Sie schaffen im eigenen Haus so genannte "Islands of excellence", ohne die Best Practices im ganzen Haus umzusetzen.

Kostensenkung reicht nicht mehr

Die Analysten wollten wissen, woran es liegt, wenn es bei der Zusammenarbeit von Kunde und Dienstleister hapert. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass die Prioritäten auseinandergehen: Im ersten Jahr noch sind sich Kunde wie Provider weitgehend darin einig, dass die Kostensenkung am wichtigsten ist. Schon nach wenigen Jahren allerdings setzen die Unternehmen die günstigen Preise ihrer Offshorer stillschweigend voraus und verlangen mehr: Dann stehen Schnelligkeit und Flexibilität ganz oben auf der Liste (28 Prozent der Nennungen). Dagegen glauben gerade mal zehn Prozent der Offshorer, dass diese Punkte am wichtigsten seien - sie verlassen sich noch immer darauf, dass vor allem Kosten und Qualität (je 30 Prozent) für ihre Kunden zählen.