Business-Ratgeber

Ohne Angst auf Englisch präsentieren

08. Februar 2010
Von Maren Hoffmann
Vortragende sollten langsam und in kurzen Sätzen sprechen. Den deutschen Perfektionismus sollten sie vergessen. Allerdings führt kein Weg an viel Üben vorbei. Dann aber kommt auch die Lockerheit, sagt Sprachtrainerin Britta Wenske im Interview mit dem manager magazin.
Britta Wenske, Hamburger Sprechwissenschaftlerin und Inhaberin des Instituts für Stimme "Speak Up!" coacht Mitarbeiter für den Einsatz in den USA.
Britta Wenske, Hamburger Sprechwissenschaftlerin und Inhaberin des Instituts für Stimme "Speak Up!" coacht Mitarbeiter für den Einsatz in den USA.

Womit tun sich Deutsche besonders schwer, wenn sie vor Publikum englisch sprechen sollen?

Wenske: Den meisten steht dieser sehr deutsche Perfektionismus im Weg - die Scheu, nicht gut genug zu sein. Uns Deutschen fehlt oft das Offene, Positive, die Leichtigkeit.

Das ist doch verständlich: Selbst, wenn man sehr gut Englisch kann, ist man niemals so souverän wie in der eigenen Muttersprache.

Wenske: Jede Sprache hat ihre eigene Emotionalität. Das Deutsche ist sehr förmlich und sehr strukturiert. Das Englische hat eine gewisse Leichtigkeit. Für uns Deutsche klingt es informell. Es ist sehr viel lockerer. Auch als Nicht-Muttersprachler kann man lernen, das Englische zu benutzen, um klar und strukturiert zu sprechen.

Im Deutschen geht vieles, was auf Englisch nicht geht: Wir erfinden Worte, wir reihen Worte aneinander. Letztens bekam ich eine E-Mail von einem Kunden, der schrieb: "Entschuldigen Sie meine verspätete Antwort, ich befinde mich im Jahresanfangsrestrukturierungsprozess." So etwas würde man im Englischen gar nicht konstruieren können.

Das Unbehagen ist ja dann besonders stark, wenn man von Muttersprachlern umgeben ist. Internationale Meetings, bei denen alle sich in der Mitte beim Englischen treffen, sind einfacher.

Wenske: Es ist falsch zu denken, dass alles perfekt sein muss. Gerade die Nordamerikaner haben diesen Perfektionsgedanken nicht: Sie verzeihen einen Fehler viel eher, als der Deutsche ihn sich selbst verzeiht.

Foto: manager-magazin.de

Gefunden im manager magazin