Bessere Software für mehr Vertrauen

Ohne IT führt kein Weg aus der Krise

16. November 2009
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die Krise hat die Banken erst einmal zum Konsolidieren gezwungen, was auch Einsparungen in der in der IT zur Folge hatte. Um ihre hausgemachten Probleme zu lösen und verlorenes Vertrauen zurückzuerobern, kommt die Branche um baldige Investitionen in Software und Services allerdings nicht herum.

Über ein Jahr ist mittlerweile bekannt, dass die bereits im Sommer 2007 beginnende US-Immobilienkrise verheerende Folgen hat - weltweit und branchenübergreifend. Die BankenBanken haben mit schwerwiegenden Fehlern einen ursächlichen Beitrag zur Krise geleistet, staatliche Unterstützung erhalten und dafür mit massivem Vertrauensverlust bezahlt. 22 Prozent der Bankmanager sehen mittlerweile den Geschäftserfolg ihres Instituts durch wachsende Kreditrisiken bedroht; 56 Prozent rechnen nicht damit, das verlorene Vertrauen in den kommenden drei Jahren wieder umfänglich zurückzugewinnen. Das geht aus einer Studie von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut hervor, die auf Befragungen aus dem Sommer basiert. Top-Firmen der Branche Banken

Bei der Bewältigung der Branchenprobleme setzen die Entscheider vor allem beim Kundenbeziehungsmanagement an. 28 Prozent sagten, dass sie sich hier um Verbesserung bemühen. Als zweitwichtigste Maßnahme benennen 21 Prozent das Risikomanagement. Im Vorjahr wurde dieser Punkt lediglich von 15 Prozent der Befragten genannt. Im Fokus der Entscheider stehen heuer also zwei interne Bereiche, für deren Erfolg eine funktionierende und der Konkurrenz ebenbürtige IT unerlässlich ist. Damit scheinen die Banken in einer Klemme zu stecken: Einerseits sind sie zum Konsolidieren verdammt, andererseits gefährden ausbleibende IT-Investitionen auf lange Sicht den Erfolg.

IDC: Banken investieren bald wieder mehr

Die Analysten von IDC konstatieren zwar zunächst Sparmaßnahmen im Zuge des Kollapses, gehen aber dennoch von einer schnellen Erholung der Investitionen in die Banken-IT aus. Für das laufende Jahr kalkuliert IDC im Bankengewerbe um 4 Prozent sinkende IT-Ausgaben. Die Einsparungen würden vor allem den Bereich der Hardware betreffen. Der Trend zu schrumpfenden Ausgaben für PCs und Server setzt sich nach Ansicht der Experten auch im kommenden Jahr fort. In Software und IT-Services werden die Banken aber bereits 2010 wieder verstärkt investieren. Insbesondere die durchgängige Automatisierung ohne manuelle Eingriffe stehe ganz oben auf der Prioritätenliste, wie Research Analyst Joachim Brenner in einem IDC-Whitepaper berichtet. Das so genannte Straight-Through-Processing etwa im Bereich der Wertpapier- und Kreditabwicklung hilft unter anderem Kundenaufträge schneller zu bearbeiten und Compliance-Anforderungen zu erfüllen. IDC prophezeit, dass der IT-Markt im Bankensektor bis 2013 deutschlandweit auf ein Volumen von mehr als 7,3 Milliarden steigen wird und einer der wichtigsten Absatzmärkte für die Software-Anbieter bleiben wird.

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