Mt.Gox

Online-Börse findet 200.000 verloren geglaubte Bitcoins

23. März 2014
Wer kennt das nicht: In einer Jackentasche im Schrank findet sich plötzlich ein zerknüllter Euro-Schein. Die insolvente Online-Börse Mt.Gox entdeckte jetzt in einer "digitalen Geldbörse" gleich 200.000 verschollene Bitcoins im Wert von über 100 Millionen Dollar.

Die insolvente Bitcoin-Börse Mt.Gox muss ein peinliches Eingeständnis machen: Sie hat 200.000 verloren geglaubte Einheiten der digitalen Währung durch Zufall wiedergefunden. Sie seien in einer elektronischen Geldbörse entdeckt worden, teilte Mt.Gox mit. Die digitale Geldbörse sei vor Juni 2011 genutzt worden. Mit dem Fund sinke die Zahl der noch vermissten Bitcoins auf 650.000. Die Nachricht folgt auf wochenlange Turbulenzen um Mt.Gox, die dem Enthusiasmus um die Digitalwährung einen jähen Dämpfer verschafften.

Der in Tokio ansässige Marktplatz war die größte Handelsplattform für die digitale Krypto-Währung. Entsprechend groß waren die Schockwellen, als Mt.Gox Ende Februar Insolvenz anmeldete und den Verlust von 850.000 Bitcoins eingestand. Davon gehörten 750.000 den Kunden und 100.000 dem Handelsplatz selbst. Mt.Gox macht einen Hackerangriff für das Verschwinden der Bitcoins verantwortlich.

Die digitale Währung war im vergangenen Jahr zeitweise für mehr als 1.000 Dollar pro Bitcoin gehandelt worden. Zuletzt hatte Mt.Gox selbst den Wert der verschollenen 850.000 Bitcoins noch mit 473 Millionen Dollar angegeben. Zu dieser Bewertung wäre das jetzt wiederentdeckte Paket von exakt 199.999,99 Bitcoins mehr als 100 Millionen Dollar wert.

Mt.Gox und seinem Gründer Mark Karpeles waren schon vorher mangelnde Sicherheitsmaßnahmen und eine chaotische Geschäftsführung vorgeworfen worden. Das Eingeständnis, ein so großes Bitcoin-Paket aus den Augen verloren zu haben, dürfte die Kritik weiter befeuern.

Die Grundidee der 2009 zu Zeiten der Finanzkrise gestarteten Bitcoins ist ein weitgehend anonymer Zahlungsverkehr, der unabhängig von Regierungen und BankenBanken funktioniert. Bitcoins werden durch komplexe Rechenprozesse am Computer erzeugt. Die "Hacker-Währung" lässt sich aber auf Online-Handelsplätzen auch in Euro oder Dollar eintauschen. Die Kurse schwanken extrem. (dpa/rs) Top-Firmen der Branche Banken

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