Deutsche Exporte

Online-Potenzial werden nicht ausgenutzt

28. April 2014
Im internationalen Wettbewerb steht die deutsche Export-Wirtschaft eigentlich recht gut dar. Dabei nutzen die Unternehmen gar nicht alle Möglichkeiten, die das Internet eröffnet hat. Eine Initiative unter der Führung von Google will dies ändern – auch zum eigenen Vorteil.

Die Unternehmen in Deutschland nutzen das Potenzial neuer Märkte über das Internet nach einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln nur unzureichend aus. In einer Rangliste von 39 Industrie- und Schwellenländern landete Deutschland nur auf Rang 28. "Führend sind China und andere asiatische Nationen sowie Indien, Russland und Brasilien", sagte Roman Berthenrath, Leiter Forschung und Analyse, Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult, am Montag in Berlin. Als eine der Ursachen machte das Forschungsinstitut fehlendes Know-how in den Unternehmen aus.

Auf der Veranstaltung kündigte der Internet-Konzern GoogleGoogle gemeinsam mit Partnern die Initiative "Weltweit Wachsen – Deutschland exportiert online" an. Ziel des Projektes sei es, Unternehmen in Deutschland dabei zu unterstützen, neue Märkte über das Internet zu erschließen. An der Initiative beteiligen sich der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), die Universitäten Leipzig und Reutlingen, die Unternehmen Deutsche Post DHL, PayPal und BDO sowie der Sprachen-Dienstleister Kern AG. Alles zu Google auf CIO.de

Neue Märkte über das Internet erschließen

Die Beteiligten wollen dabei ihre Kompetenzen in exportrelevanten Feldern rund um Online-Vertrieb und -Marketing, Logistik, Zahlungsabwicklung und Website-Übersetzung bündeln und sie mit Beratungs- und Fortbildungsangeboten zusammenführen. Das Projekt soll im Juni starten und mindestens bis Ende 2015 laufen. Nach den Vorstellungen der am Projekt Beteiligten sollen mindestens 250.000 Personen auf unterschiedlichen Kanälen mit dem Schulungs- und Beratungsangebot erreicht werden.

Philipp Justus, Deutschland-Chef von Google, sagte, die Unternehmen in Deutschland hätten noch einen Nachholbedarf, über das Internet neue Märkte zu erschließen. "Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir in Deutschland eine neue Generation von Exporteuren hervorbringen." Dabei müssten noch manche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. In der IW-Studie hatten 45 Prozent der befragten Unternehmen die Befürchtung geäußert, eine stärkere Internet-Präsenz schaffe "zu viel Transparenz für die Konkurrenz". 43 Prozent beklagten eine "unzureichende Internetverbindung", 30 Prozent berichteten von Schwierigkeiten bei der Anpassung interner Prozesse.

Google und seine Partner wollen von der Initiative indirekt auch profitieren. So soll die Plattform auch zu einer stärkeren Nutzung der Dienste der Beteiligten führen, etwa einem höheren Umsatz beim Google-Werbedienst AdWords oder den Dienstleistungen der anderen Firmen. (dpa/tö)

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