Analysten-Kolumne

Open BPM schafft Open SOA

Professor August-Wilhelm Scheer ist Vorsitzender des Beirats der Scheer GmbH.
Hinter Service orientierter Architektur (SOA) steckt ein Paradigmenwechsel der Software-Entwicklung. Nicht nur altbekannte Forderungen wie hohe Modularisierung und Wiederverwendbarkeit setzt SOA um, sondern SOA vollzieht auch den Wandel von der applikations- zur user-zentrierten Software-Entwicklung.
Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer: "Nur Open BPM schafft Open SOA."
Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer: "Nur Open BPM schafft Open SOA."

Die Benutzer können Services leichter austauschen und neu kombinieren, wodurch die Grenze zwischen Standard-Software und (montage-orientierter) Eigenentwicklung aufweicht. Die Rolle der IT im Unternehmen ändert sich dadurch und auch die Bedeutung des Geschäftsprozess-Managements. Durch SOA können Geschäftsprozesse einfacher verändert werden, womit sich neue Produkte schneller und variantenreicher entwickeln und herstellen lassen.

Im Zentrum der aktuellen SOA-Diskussion, die hauptsächlich von den großen, einhellig auf SOA setzenden Software-Herstellern getrieben wird, stehen derzeit noch die technischen Eigenschaften. Jeder Anbieter entwickelt seine eigene Plattform: Bei SAPSAP heißt sie Netweaver, bei OracleOracle Fusion, MicrosoftMicrosoft nennt sie dot.net und IBMIBM Websphere. Selbst wenn die Anbieter bei ihren Konzepten technische Standards verwenden, werden zum Schluss proprietäre Systeme entstehen, die durch Schnittstellen miteinander verbunden werden müssen. Da man Neuland betritt, entwickeln die Hersteller auch eigene Modellierungsmethoden zur Beschreibung der technischen Aspekte der Services. Diese sind zudem in einer ständigen Weiterentwicklung. Die technisch orientierte Standardmodellierungsmethode BPEL (Business Process Execution Language) zur Montage von Services ist zwar eine gute Hilfe, aber alleine nicht ausreichend. Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Für ein Anwendungsunternehmen stehen nicht die technischen Fragen, sondern die Nutzenfaktoren von SOA im Vordergrund. Wie kann ich meine neue Geschäftsidee schneller realisieren, welche Organisation, welche Prozesse und Kompetenzen brauche ich dafür? Hierfür muss der Unternehmer oder Manager größtmöglichen Spielraum haben. Er braucht eine Beschreibungsebene für seine Business-Modelle und -Prozesse, die unabhängig von der späteren Implementierung ist. Deshalb fordert er Unabhängigkeit von technischen Systemen und herstellerspezifischen Konventionen.

Aus diesem Grund verfolgt IDS Scheer eine IT-herstellerunabhängige Strategie. Das Anwendungsunternehmen soll seine Geschäftsprozessstrategie unabhängig von der späteren IT-Strategie festlegen, gleichzeitig aber später die betriebswirtschaftlichen Prozessmodelle zur Montage und Konfiguration der SOA-Systeme nutzen können.