BI: Quelloffenen Lösungen fehlt es immer noch an Reife

Open Source noch keine echte Alternative

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Open Source ist wieder einmal zum Business-Intelligence-Trend ausgerufen worden. In einigen Ländern gibt es ihn tatsächlich. In der Bundesrepublik ist er aber bislang nicht auszumachen, wie das Gros der Analysten beobachtet.
Optimistischer als andere: IDC-Analyst Rüdiger Spies sieht eine steigende Nachfrage nach Software ohne Lizenzkosten.
Optimistischer als andere: IDC-Analyst Rüdiger Spies sieht eine steigende Nachfrage nach Software ohne Lizenzkosten.

Zu Beginn des Jahres erklärten die Marktanalysten von Gartner Open SourceOpen Source zu einem Trend in Sachen Business IntelligenceBusiness Intelligence (BI). In den nächsten Jahren werde Open Source-BI stärker wachsen als klassisch-kommerzielle Plattformen. Dass Open Source indes bestenfalls die Zukunft, aber mitnichten die BI-Gegenwart ist, klingt im selben Hause durch. Unausgereift und überschätzt seien die Angebote, lautet der Tenor eines Webinars von Andreas Bitterer, Research Vice President bei Gartner. Auch als Instrument der Kostensenkungen seien quelloffene BI-Tools nur bedingt geeignet, so Bitterer. Das Urteil von Experten aus anderen Häusern fällt ebenfalls zwiespältig aus. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de Alles zu Open Source auf CIO.de

Wie verbreitet ist Open-Source-Software im BI-Bereich? "Weniger als fünf Prozent der Unternehmen setzen derartige Lösungen ein", sagt Barney Finucane vom Business Application Research Center (BARC). Ein leichtes Wachstum sei im Segment festzustellen, allerdings derzeit nicht in nennenswertem Ausmaß. Auch von den etablierten BI-Anbietern würden die Open Source Vendors nicht als echte Konkurrenz betrachtet.

Bitterer zufolge wird in den kommenden Monaten lediglich das OS-Datenbanksystem MySQL größere Zuwächse verbuchen können. Bei Datenbank-Management-Systemen fürs Data Warehouse bevorzugen Gartner-Kunden ansonsten eindeutig proprietäre Software.

"Wenn man unter einem Trend Markteinfluss mit einem gewissen Momentum und kritischer Größe versteht, ist er jedenfalls in Deutschland nicht auszumachen", konstatiert auch Carlo Velten, Senior Advisor bei Experton. Im angelsächsischen Raum, aus dem die größten Open Source-BI-Anbieter wie Jaspersoft oder Pentaho stammen, oder in Frankreich sei die Entwicklung wesentlich weiter fortgeschritten. In Deutschland bilde in höherem Maße als anderswo Enterprise Resource Planning (ERPERP) das Rückgrat der IT, auf das BI-Tools in der Regel aufsetzen. Was das bedienen dieser Schnittstellen sowie Integration und Implementierung angeht, haben laut Velten die etablierten Anbieter eindeutig die Nase vorn. Open Source BI tue sich hierzulande aber auch deshalb schwer, weil es an auf diese Lösungen spezialisierten Dienstleistern fehle, ohne die entsprechende ProjekteProjekte kaum zu stemmen seien. Alles zu ERP auf CIO.de Alles zu Projekte auf CIO.de

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