Streit um Definition unter den Anbietern

Open Source-Nutzer müssen um Rechte kämpfen

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Um die Definition von "Open Source" schwelt ein Streit innerhalb der Anbieter-Gemeinde. Laut Wikipedia handelt es sich um quelloffene Anwendungen - veröffentlicht unter einer Lizenz, "die erlaubt, diesen Quellcode auch weiterzugeben oder zu verändern". Genau dieser Punkt sei nicht mehr unumstritten, so Gartner. Deshalb sollten Anwender auf der Hut sein.
Der Linux-Pinguin war bisher nicht als geldgierig bekannt. Gartner beobachtet aber, dass manche Vögel sehr wohl verdienen wollen.
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Die Analysten schildern einen regelrechten Glaubenskampf unter den Anbietern, der die wichtigsten Kennzeichen aus der Religionsgeschichte aufweist. Zum einen zanken sich die Parteien um die "Wahrheit": die "wahre" Bedeutung, den "wahren" Zweck, den "wahren" Spirit von Open SourceOpen Source. Alles zu Open Source auf CIO.de

Zum anderen stehen dahinter handfeste materielle Interessen: Es geht ums Geld. Und die Frage, inwieweit der Geist der Offenheit unter der Herrschaft der Marktgesetze seine Unschuld bewahren kann.

Immer mehr Anbieter wollen die Bedeutung von Open Source verändern, sagt Gartner-Analyst Brian Prentice. "Zum Beispiel durch eine zusätzliche Lizenzierung, nach der Nutzer die Software nur noch dann modifizieren und weiterverteilen sowie abweichende Versionen gestalten dürfen, wenn sie den Urheber entlohnen", so Prentice.

Den Anwendern rät Gartner, für ihre Rechte zu kämpfen und eine Einschränkung der Nutzung nicht hinzunehmen. Schließlich seien die Rechte an Open Source-Software per definitionem uneingeschränkt. Und das sei zugleich "ein Schlüssel-Merkmal für eine gesunde Open Source-Gemeinde und ein Schlüssel-Vorteil für Anwender", so Prentice.

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