Beinahe Millionen-Schaden

Otto muss falsche Gutscheine stornieren

27. November 2012
Von Hartmut  Wiehr

Klassische Versandhäuser wie Neckermann und Quelle sind bereits Pleite gegangen, weil sie zu spät oder unzureichend auf die neue Konkurrenz reagiert hatten. Auch an Otto und seinen Tochterunternehmen wie Schwab, Sport-Scheck oder Baur ist diese Entwicklung nicht vorbei gegangen. Um sich am Markt zu halten, setzte man jedoch früher als Neckermann und Quelle auf das Internet und entfaltete ebenfalls zahlreiche Preiskampagnen, unter anderem gestützt auf die Ausgabe von Gutschein-Codes.

Preise und Konditionen im freien Fall

Der traditionelle Slogan von Otto könnte eine neue Bedeutung bekommen.
Der traditionelle Slogan von Otto könnte eine neue Bedeutung bekommen.
Foto: Otto

Erst Anfang November hatte Otto angekündigt, mit den Preisen runter zu gehen. Vor allem bei Unterhaltungselektronik und Computern wollte man im Vorweihnachtsgeschäft die Kunden mit Preissenkungen anlocken. Laut einem Bericht der WAZ setzt Otto gegenwärtig auch verstärkt auf verkappte Rabatte. So müssen Kunden im Rahmen einer Aktion "100 Tage Zahlpause" ihre Rechnungen erst weit nach Weihnachten im Februar bezahlen. Auch bei den Versandkosten will man den Käufern weiter entgegenkommen.

Günstiger als indirekte zinslose Kredite bei verlängerten Zahlungszielen oder permanente Preisnachlässe bei den Produkten und beim Versand ist es natürlich, wenn man gar nichts oder kaum etwas aus eigener Tasche zahlen muss. Insofern dachten sicher viele Besteller am letzten Sonntag "Otto find‘ ich gut". Ob sie das jetzt noch denken, bleibt offen.