CIO-Magazin 07/08 2013

Otto überlebt auch Amazon

24. Juni 2013
Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Die neue Juli/August.Ausgabe unseres Schwesterpublikation "CIO" ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.

Die neue Juli/August Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.

CIO-Chefredakteur Horst Ellermann
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann
Foto: Joachim Wendler

Wunderbares Lehrbuchbeispiel: Dem Kataloghändler Otto ging es gut im Versandhandel - zu gut. Natürlich hat jeder im Unternehmen das Internet kommen sehen. Aber dem Wandel sind die Ottos, Quelles und Neckermänner ähnlich begegnet wie seinerzeit die Droschkenbetreiber den ersten Autos. Klassischer Fall, würde Professor Thomas Hutzschenreuter von der WHU sagen: "Jeder strategische Vorteil wandelt sich irgendwann in einen Nachteil", erklärte er im Basismodul des "Leadership Excellence Program" für CIOs. Als Beispiel hat er voriges Jahr Dell gewählt, weil das den IT-Managern im Lehrsaal am eingängigsten war. Genauso gut könnte er beim nächsten Kurs im Oktober aber Otto nehmen.

Strategische Nachteile müssen dabei nicht zwingend ins Quelle-Schicksal führen. Wer die jüngste Titelgeschichte der Wirtschaftswoche zum Thema Otto gelesen hat, musste genau diesen Eindruck gewinnen. Mittlerweile räumt Wiwo-Kollege Henryk Hielscher aber ein, dass die Otto Group einer Amazon nicht träge gegenübersteht. Die Hamburger haben sich still und leise zu Deutschlands größtem Inkassounternehmen entwickelt. Insgesamt agieren die 123 Einzelgesellschaften von Otto nicht schicksalsergeben, wobei sie belegen: Eine einheitliche IT-Strategie kann es für ein solches Konglomerat nicht geben. Mit dem Standardisierungsprogamm "Passion for Performance" hat Otto nichts erreicht, wie unser Autor Christoph Lixenfeld berichtet.

Egal. IT-Strategie darf auch mal danebenliegen, genauso wie Unternehmensstrategie insgesamt. Wichtig ist allerdings, Fehler zu revidieren, insbesondere, wenn Innovationen alte Geschäftsmodelle infrage stellen. Genau da machen sich die Firmen jedoch angreifbar. Sie vernachlässigen Innovation und verlieren den Kontakt zu Innovationstreibern, wie Professor Ayad Al-Ani von der Hertie School of Governance belegt. Das Schöne an Al-Anis Artikel: Er zeigt auf, wie Unternehmen aus dieser Falle wieder herauskommen.

Ach, und dann kommt da noch ein dritter Akademiker in diesem Heft zu Wort: Professor Tilo Böhmann von der Universität Hamburg berichtet, wie Benchmarking am besten funktioniert - übrigens auch im Oktober live erfahrbar.

Viel Spaß beim Belehren lassen!

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