Cloud Computing


Keine Wahl wegen Cloud

Outsourcing-Anbieter kannibalisieren sich

20. Oktober 2010
Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Die Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) rechnen 2010 mit Outsourcing-Ausgaben von rund 17 Milliarden Euro im deutschsprachigen Raum. Cloud-Services werden zunehmend zum Schlüssel für den Erfolg.

In einem Dienstleistungssegment wie Outsourcing, das zu großen Teilen auf Größeneffekten basiert, dominieren wenige große Provider den Markt. So machen allein die Top5-Anbieter knapp 45 Prozent des Marktes in Deutschland unter sich aus, in Österreich sind es sogar knappe 70 Prozent. Der Rest des Marktes ist fragmentiert: Die Zahl der Outsourcing-Anbieter geht allein in der DACH-Region gegen 100.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC) zu Sourcing-Trends und Anbieter-Positionierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Vergleich der Zahlen von 2005 und 2009 zeigt allerdings, dass sich der Markt verändert. Die meisten großen Provider haben Marktanteile eingebüßt, teilweise zugunsten einzelner Wettbewerber, insbesondere aber gegenüber einer großen Anzahl von „Newcomern“.

Karsten Leclerque, Director bei PAC: "Die Anbieter haben keine Wahl – sie werden durch die wachsende Nachfrage zum Cloud Computing gezwungen."
Karsten Leclerque, Director bei PAC: "Die Anbieter haben keine Wahl – sie werden durch die wachsende Nachfrage zum Cloud Computing gezwungen."
Foto: PAC

Karsten Leclerque, Research Director und Autor der Studie, sieht mit dem Siegeszug von Cloud Computing weitere Veränderungen im Outsourcing-Markt heraufziehen: „Die Anbieter haben keine Wahl – sie werden durch die wachsende Nachfrage zum Cloud Computing gedrängt.“

Dabei seien die Großen der Branche dafür schon recht gut aufgestellt, auch wenn der Trend zum Cloud Computing im Grunde nicht in ihrem Interesse sein könne: „Die Outsourcing-Anbieter werden dadurch gezwungen, ihre Angebote weiter zu standardisieren, zu flexibilisieren und in Richtung one-to-many auszubauen. Im Grunde kannibalisieren sie damit ihr eigenes Geschäft.“ Aber ohne Zweifel werde der Gesamtumsatz mit OutsourcingOutsourcing durch die steigende Nachfrage nach Cloud-Angeboten weiter wachsen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de