CIOs machen sich von Dienstleister-Personal abhängig

Outsourcing ohne Strategie

31. März 2009
Von Nicolas Zeitler
Bei der Beschaffung externer IT-Leistungen gehen Unternehmen ohne Plan vor. Gleichzeitig geben sie dafür mehr aus als für Hardware und Software zusammen. Ohne realistische Selbsteinschätzung und eine Marktanalyse kann der Aufbau einer Strategie nicht gelingen.

Eine Billion Dollar werden Firmen weltweit im Jahr 2012 für die Beschaffung externer IT-Dienstleistungen ausgeben. Das schätzen die Marktforscher von Gartner. Schon in den vergangenen fünf Jahren lagen die Aufwendungen für Dienstleistungen höher als die für Hard- und Software zusammen. Auch die Ausgaben für eigenes Personal, Ausstattung und Betriebseinrichtungen sind geringer als die Beträge, die an Dienstleister fließen.

Allerdings legen die Verantwortlichen auf die Beschaffung von Services deutlich weniger Augenmerk und gehen das Thema weniger planvoll an als andere IT-Bereiche, wie Frances Karamouzis von Gartner in dem Papier "IT Services: One of the Highest Opportunities for Savings Given It's One of the Largest Sources of IT Spending" schreibt.

Die Marktbeobachterin attestiert den IT-Chefs beim strategischen Umgang mit externen Diensten wenig Reife und durchdachte Herangehensweise. Umfragen bei eigenen Kunden hätten Gartner gezeigt, dass es in wenigen Firmen formalisierte Vorgehensweisen für die externe Beschaffung gebe. Die wären nach Ansicht der Marktbeobachter aber dringend nötig, denn die strategische Beschaffung von IT-Diensten könne großes Potenzial für Kosteneinreduzierungen bieten.

Mit der zunehmenden Auslagerung machen Unternehmen ihren Erfolg immer stärker von Personal abhängig, das ihnen nicht direkt unterstellt ist, betont Karamouzis. Strategisches Sourcing und solides Anbieter-Management sei daher dringend nötig. Wichtigstes Ziel einer solchen Strategie sei es, die eingekauften Leistungen mit den Zielen des Unternehmens in Einklang zu bringen.