Anwendungen immer komplizierter verschlüsselt

Passwörter überfordern Mitarbeiter

14. März 2005
Von Ingo Butters
Die Zugangsberechtigungen zu ihren IT-Systemen sind für Unternehmen eine äußerst heikle Angelegenheit. Deshalb müssen Mitarbeiter immer komplexere Passwörter benutzen und diese mehrmals pro Jahr ändern. Im Jonglieren mit den Ziffern- und Zahlencodes sind mittlerweile viele Angestellte überfordert, wie eine Studie des IT-Anbieters Safenet ergeben hat.

Schon beim Lesen der Studie schwirrt der Kopf: Im schlimmsten Fall muss sich demnach ein Angestellter zehn verschiedene Passwörter merken, die aus acht und mehr Buchstaben bestehen, die sich wiederum mindestens sieben Mal im Jahr ändern.

Weil so etwas kein Mensch im Kopf behalten kann, wird in vielen Unternehmen das Bemühen um die bestmögliche Sicherung der Systemzugänge von den Mitarbeitern unterlaufen. Der Studie zufolge schreibt sich die Hälfte von ihnen ihre Passwörter auf. Unwesentlich weniger (47 Prozent) müssen ihre Passwörter mindestens einmal pro Jahr zurücksetzen lassen.

Jeder zweite Arbeitnehmer notiert sich die Zugangscodes.
Jeder zweite Arbeitnehmer notiert sich die Zugangscodes.

Dabei legen die Unternehmen immer größeren Wert darauf ihre IT-Sicherheit durch komplexere Passwörter zu erhöhen. 68 Prozent haben die Anforderungen an die Zugangscodes im vergangenen Jahr weiter verschärft: entweder durch längere oder komplizierte Zeichenfolgen.

In genauso vielen Unternehmen verlangen es die Sicherheitsstandards, dass die Passwörter drei Mal und öfter pro Jahr erneuert werden. Bei jedem dritten Unternehmen verändern sich Zugangscodes sogar jährlich sieben Mal und öfter. Weil die Mitarbeiter gleichzeitig immer mehr Passwörter im Kopf behalten müssen, bei 47 Prozent sind es zwischen fünf und zehn, potenziert sich das ganze zur echten Herausforderung für die Merkleistung.

In der Studie zeigten sich auch länderspezifische Besonderheiten: So gehen französische und britische Arbeitnehmer zunehmend laxer mit ihren Passwörtern um. Immer mehr von ihnen schreiben sich die Zugangscodes auf. Gleichzeitig wächst die Zahl der Anwendungen, in die sich die Mitarbeiter mit den gleichen Passwörtern einloggen.

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