Boom im europäischen IT-Markt gefährdet

Personalengpässe bei IT-Fachkräften

15. November 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Die IT-Industrie in Europa boomt. Die Software- und IT-Beratungs-Firmen stellen tausende von Hochschul-Absolventen ein, die ein Informatikstudium abgeschlossen haben. Doch inzwischen können sie immer weniger offene Stellen adäquat besetzen. Einer Untersuchung des Marktforschers Forrester zufolge sind die Personalengpässe auf rückläufige Immatrikulations-Zahlen in den Informatik-Studiengängen und auf eine steigende Zahl an Pensionierungen zurückzuführen.
In Deutschland, den Niederlanden und Frankreich ist die Zahl der IT-Studenten seit dem Jahr 2001 rückläufig.
In Deutschland, den Niederlanden und Frankreich ist die Zahl der IT-Studenten seit dem Jahr 2001 rückläufig.

Die Marktbeobachter registrieren seit dem Jahr 2001 einen langsamen aber stetigen Rückgang der Studentenzahlen in Informatik- und den Computer-Wissenschaften. Die Gründe hierfür liegen zum einen im Platzen der Internet-Blase, diversen Entlassungswellen, etwa durch OutsourcingOutsourcing an IT-Dienstleister, sowie einem Mangel an Informationen zu Karrierechancen im IT-Bereich. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Falscher Eindruck bremst Begeisterung

Alles zusammen führt dazu, dass junge Menschen einen falschen Eindruck vom IT-Bereich bekommen. Hinzu kommt, dass die Begeisterung für technische und wissenschaftliche Studiengänge kontinuierlich abnimmt, worunter IT- und Computer-Wissenschaften besonders leiden.

In den Hochschuljahren 2005/2006 und 2006/2007 beklagten 46 Prozent beziehungsweise 44 Prozent der Befragten einen Rückgang der Bewerberzahlen für Studiengänge in Informatik und Computer-Wissenschaften. Nur 31 Prozent registrierten konstante Bewerberzahlen. Von den befragten Hochschulen gaben 23 Prozent im Jahr 2005/2006 und ein Viertel im Jahr 2006/2007 an, dass sie steigende Bewerberzahlen verzeichnen.

Bis zu 45 Prozent brechen Studium ab

Universitäten mit rückläufigen Studentenzahlen in IT-relevanten Fachgebieten haben eine durchschnittliche Abbrecherquote, die zwischen zehn und 25 Prozent liegt. In einzelnen Fällen lag die Zahl der Abbrecher sogar wesentlich höher. An der Universität Bremen waren es 40 Prozent und sogar 45 Prozent an der Technischen Universität Berlin.